Preview!

Der erste Hinweis auf Berrets Geschichte, die in den Endspurt geht. Wer bei der Beschreibung ihrer Wohnung in den vorherigen Büchern schon immer an 'Theaterfundus' gedacht hat, der lag richtig. Jemand wie Berret gehört ins Theater, und zwar HINTER die Bühne. 

 

Und eine dieser Bühnen ist die Freilichtbühne im Fürther Stadtpark.

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Die Eisheiligen

Ich muss gestehen, langsam kann ich nicht mehr darüber lachen, dass ich morgens meine Wollsocken anziehe, meine Goretexstiefel hervorkrame und meine Winterjacke überwerfe. Es ist Mitte Mai, verdammt noch mal. Andererseits tut der Regen und das kühlere Wetter anscheinend der Natur gut. Fürths roter Bach, den Tina in 'Glücksspiralen' bestaunt, führte vor Wochen kaum Wasser. Nun plätschert er wieder munter vor sich hin. Und die Gräser am Ufer sind sattgrün. Wer braucht da schon Sonne?

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Rom by night

Es war gar nicht so einfach, ein Foto zu machen, ohne dass ein Tourist vor die Linse gelaufen ist. (Touristen sind ja immer nur die anderen!) Trotz fortgeschrittener Stunde war am Trevi-Brunnen viel los: Manche haben hier Pizza aus Pappschachteln gegessen, einige in großer Robe für Fotos posiert und viele nur die obligatorische Münze hineingeworfen. Ich habe den Brunnen fotografiert. Oft! Die Steinskulpturen, das Wasser und die Beleuchtung  - nachts ist es ein magischer Ort.

 

Berret, an deren Geschichte ich gerade schreibe, hat hier ein paar wunderbare Tage zusammen mit Tina verbracht. Und als es dunkel war und die Menschenmenge sich verstreut hatte, musste sie natürlich in ihrer Anita-Ekberg-Robe am Brunnenrand posieren. 

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Endlich da! 'Glücksspiralen'

Zwar bisher nur als E-Book bei Amazon erhältlich, aber veröffentlicht ist veröffentlicht!

Glücksspiralen

 

Bin gespannt, wie Euch Tinas Geschichte gefällt.

Wie immer warte ich auf Feedback und Rezis, denn sonst komme ich mir beim Schreiben sehr einsam vor.

 

Um das Layout für das Taschenbuch hinzubekommen, muss ich wohl meine Einstellung zu Lesebrillen überdenken. Aber geplant ist es.

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Hier endet es!

Es kann sich wirklich nur noch um Tage handeln, bis mein neuer Roman "Glücksspiralen" auf Amazon erhältlich ist.

 

Tinas Leben nimmt bei Rock im Park eine Wendung, die sie sehr ins Schleudern bringt. Hier, an der Espan-Quelle in Fürth, erlebt sie einen der glücklichsten Momente.

Leseprobe "Glücksspiralen"

So, der nächste Roman liegt in den letzten Korrekturzügen.

Tinas Leben nimmt bei "Rock im Park 2015" eine Wendung, über die rückblickend in ihrer Geschichte berichtet wird. Hier das Kapitel als Kostprobe: 

 

Vier Wochen vorher: Rock im Park 2015 

Als der entscheidende Tag näher rückte, wurden Nervosität und Vorfreude zu gleichen Teilen größer. Die letzte CD der Foo Fighters dudelte beständig in Tinas Auto und sie sang lautstark mit - allerdings achtete sie darauf, dass die Seitenfenster geschlossen waren. Mindestens dreimal täglich checkte sie die Wettervorhersage für das Festivalwochenende. Eine für Anfang Juni ungewöhnliche Hitzewelle war angesagt und die zu erwartenden Temperaturen wurden stündlich nach oben korrigiert. Das Outfit und die Ausrüstung für einen anstrengenden Tag lagen auf einem Stuhl im Schlafzimmer bereit. Flache Schuhe, denen auch Matsch nichts ausmachen würde, alte Jeans, die sie danach wegwerfen könnte, ein T-Shirt der Rolling Stones und ein Schlapphut gegen die Sonne. Viele der Besucher, die ein Ticket für die vollen drei Tage hatten und von weiter her kamen, reisten schon vorher an. Das stellte Tina fest, als sie am Donnerstag einen Abstecher machte, um die Lage vorab zu checken. Der Bereich um das Zeppelinfeld hatte sich in eine große Zeltstadt verwandelt. Überall hockten junge Menschen in Campingstühlen oder auf Decken, meist mit einem Bier in der Hand. Die Dixie-Klos waren hoffnungslos überfüllt, über dem ganzen Platz lag ein Duftgemisch aus Schweiß und Alkohol. Das Festival begann erst am Freitagmittag, aber hier saßen schon Zehntausende und fühlten sich anscheinend wie zuhause. Tina besah sich die Menschenansammlung und das mulmige Gefühl wurde stärker. Optisch würde sie in ihren ältesten Klamotten nicht auffallen, das war die eine Sache, die sie sicherstellen konnte. Altersmäßig war sie am oberen Ende. Und während die meisten in Gruppen anreisten und im Kreis ihrer Freunde den Musikern auf der Bühne zujubeln würden, war sie alleine.

Tina hatte keine Platzangst und sonst wenig Berührungsängste, aber dies war eine Situation, der sie noch nicht gegenübergestanden hatte. Irgendwie hatte sie es in der Pubertät versäumt, auf ein Konzert zu gehen, sie hatte Live-Musik immer nur in kleineren Clubs erlebt. Eigentlich fand sie das auch schöner, da war man näher dran. Leider waren die Foo Fighters zu bekannt, um einen Gig im E-Werk in Erlangen zu geben. Der Serenadenhof in Nürnberg wäre eine wunderbare Kulisse für Hardrock. Aber nein, es musste der riesige Platz sein, auf dem in der Nazizeit Aufmärsche gemacht wurden, wuchtig mit Beton gestaltet und kolossal. Er fasste die zu erwartende Menschenmenge, über siebzigtausend Karten waren verkauft. Sie konnte froh sein, wenn sie Dave Grohl ab und an von ganz weit hinten sah. Größer müsste man sein. Und breiter. Am besten sogar männlich, dann könnte man sich allein durch körperliche Präsenz behaupten. Tina besah sich noch einmal zweifelnd die campenden Konzertbesucher und beschloss, ihren Rucksack zuhause zu lassen. Ihre Strategie würde sein, sich zwischen und unter den Leuten hindurchzukämpfen, um möglichst weit vor die Bühne zu gelangen. Zusätzliches Gepäck wäre da nur hinderlich. Wasser würde man schon irgendwo kaufen können und die Regenjacke war laut Wetterbericht nicht nötig. Und sie würde früh kommen und sich vor der Bühne positionieren, während andere noch ihren Rausch ausschliefen. Im Grunde interessierte sie sich nur für Dave Grohl, aber sie würde auch die vier oder fünf Bands davor ansehen, um schon an der richtigen Stelle zu stehen.

Am nächsten Tag stand sie gegen elf in der Schlange und wartete darauf, ins Gelände zu kommen. Sie hatte nur eine kleine Umhängetasche dabei, die ihr Handy, Geldbeutel, Schlüssel und einen Kamm enthielt. Ein wenig mulmig war ihr. Dafür, dass sie keine Ahnung hatte, was auf sie zukam, war sie minimalistisch ausgestattet. So ein Mist, dass keine ihrer Freundinnen für Rock im Park zu begeistern war. Sie hatte nur abweisende Reaktionen erhalten und Geschichten von überlaufenden Toiletten und Alkoholleichen gehört. Nun, bald würde sie wissen, ob so eine Veranstaltung wirklich so anarchisch ablief. Bisher stellten sich die teilweise abenteuerlich aussehenden Hardrockfans jedenfalls ordentlich in die Reihe, um sich ein Armbändchen anlegen zu lassen. Schon hier trennte sich die Spreu vom Weizen, echte Festivalbesucher bekamen das rote Bändchen mit dem »GA« Zeichen, das für alle drei Tage die Eintrittskarte darstellte. Tina dagegen wurde in eine andere Schlange geschickt, fand ihr Tagesbändchen aber auch sehr schick.

Sie wurde von der Menge die Straße entlang geschoben, vorbei an Ständen mit Sonnenhüten, Brillen und Klamotten. Mit Tattoos, die nur ein Wochenende halten, konnte man sich für einen authentischen Festival-Look verzieren lassen. Rastazöpfe flocht hier auch jemand. Tina stellte erstaunt fest, dass niemand völlig normal aussah. Augenscheinlich ließ man bei solchen Gelegenheiten optisch die Sau heraus. Sie sah ältere Herren in Lederkutten, für die es viel zu heiß war, sowie junge Frauen mit nichts außer Shorts und Bikinioberteil. Jede Menge seltsame Kopfbedeckungen und Männer, die es schick fanden, ein Kuhkostüm zu tragen. Überall Tattoos, an den Waden, den Armen, dem Rücken. Anscheinend kam die jüngere Generation ohne Bilder, die den Körper zierten, nicht aus.

Tina trat ein paar Schritte zur Seite und drückte sich gegen einen Baum, um eine Horde Rocker vorbeizulassen, deren lautes Gegröle beängstigend wirkte. Hoffentlich zogen die zu einer anderen Stage. Tina hatte sich schon vor Tagen im Internet den Lageplan angesehen und eingeprägt. Eine der drei Bühnen war in einer Halle aufgebaut. Bands, die dort auftraten, mussten sich aufgrund der Wetterverhältnisse in diesem Jahr wohl mit wenigen Zuschauern zufriedengeben. Auf der kleineren Außenbühne spielte heute Abend Motörhead und würde hoffentlich die richtig harten Jungs dorthin locken, denn Tinas Ziel war das riesige Zeppelinfeld mit der Seat Zeppelin Stage. Rundherum waren die Durchgänge zwischen den Stein-Balustraden von Security abgeriegelt, es gab nur einen Einlass.

Mit kleinen Schritten ließ sich Tina mit der Menge treiben. Genau am Eingang war es eng, kurz blieb ihr wegen des Gedrängels die Luft weg. Aber es war wie bei einem Nadelöhr, plötzlich war der Druck weg und die Menschen verstreuten sich. Tina sah sich auf dem Gelände um. Es war viel größer als sie sich das nach dem Internetlageplan vorgestellt hatte. Umringt wurde der Platz außer von den Steinterrassen auch von Buden, in denen Getränke und alle Arten von Snacks verkauft wurden. Das größte Gedränge herrschte an dem Verkaufsstand für Bandshirts. Ein T-Shirt der Foo Fighters wäre schon cool, selbst wenn Tina auf Anhieb nicht einfiel, wann sie das tragen könnte. Als Schlafshirt vielleicht? Und sie könnte es jetzt gleich über ihr Rolling Stones Shirt ziehen, dann wäre sie dem Anlass entsprechend gekleidet. Wobei im Moment bei gefühlten vierzig Grad jedes Stück Stoff zuviel war. Da sie ihren Rucksack in weiser Voraussicht zuhause gelassen hatte, verschob sie den Kauf auf den Zeitpunkt nach dem Konzert.

Als Tina bemerkte, dass immer mehr Menschen sich auf den Weg vor die Bühne machten, schloss sie sich an. Um die Center Stage waren zwei Kreise aus Wellenbrechern errichtet und der Zugang zu diesen abgeriegelten Zonen wurde von Security kontrolliert. Tina war nicht sicher, ob sie die bulligen Männer in schwarzen T-Shirts und Leuchtwesten bedrohlich oder beruhigend fand. Einer davon musterte sie und warf einen Blick in ihre Umhängetasche, als sie sich in der Schlange anstellte, um den Bereich direkt vor der Bühne zu betreten.

Aus der Nähe sah die Seat Zeppelin Stage überwältigend aus. Tina legte den Kopf in den Nacken und zählte die riesigen Scheinwerfer, die oben an Gerüsten hingen und gegen Abend die Bühne beleuchten würden. Dann, wenn die bekannten Namen kamen. Zunächst traten hier Bands auf, von denen Tina nie gehört hatte.

Die Bühne wurde gerade umgebaut. Große Hektik herrschte nicht, dann und wann ging ein Mann gemächlichen Schrittes über die Bretter und trug ein Mikrophon weg oder arrangierte eine Box anders. Tina konsultierte die Rock-im-Park-APP und stellte fest, dass es noch zwanzig Minuten dauerte, bis hier die selbsternannten »Eagles of Death Metal« auftraten. Der Name gab überdeutliche Andeutungen, was für Musik zu erwarten war und Tina war fast sicher, dass ihr das nicht gefallen würde. Sie mochte Gitarrenriffs, sie liebte die Energie, die Hardrock vermittelte. Death Metal dagegen deprimierte Tina und war ihrer Meinung nach mit seinen dumpfen Klängen und den nihilistischen Texten nur für extraordinäre Trauerfeiern geeignet. Aber vielleicht interpretierte sie jetzt schon zu viel in den Bandnamen hinein, schließlich traten bei Rock im Park die seltsamsten Formationen auf. Oder was sollte man von ›Lamb of God‹ halten, die in Kürze auf der Beck's Park Stage spielten? Und im Spielplan für die nächsten Tage hatte sie auch so Lustiges wie ›Feine Sahne Fischfilet‹ und ›Sondaschule‹ im Line-up gefunden.

Tina kämpfte sich weiter vor. Sie war nicht hier um diese Adler zu sehen, sondern um sich einen guten Platz für die folgenden Bands zu sichern, ganz besonders für eine Bestimmte. Ein länglicher flacher Tunnel aus geriffelten Metallplatten, unter dem wahrscheinlich Kabel verliefen, führte dazu, dass sie fünf Zentimeter höher stand, etwas, das sie bei ihrer Körpergröße gebrauchen konnte.

Death Metal war das nicht, was dort vorne auf der Bühne gespielt wurde, sondern eher richtiger Garagenrock. Tinas Füße tippten automatisch den Rhythmus auf den Boden mit. Das konnte man sich durchaus von nahem ansehen, selbst die Lautstärke war gut aushaltbar. Sie drängte sich an zwei Gruppen von großgewachsenen Männern vorbei und fand weiter vorne wieder einen Platz auf der Kabelabdeckung.

Tina genoss den fröhlichen Rummel um sich herum, die doch überschaubare Menge, die vor der Bühne im Takt wippte und die Sonne, die vom wolkenlosen Himmel strahlte. Das Konzert war kurzweilig und auch die nächste Band, die nach einer halbstündigen Pause erschien, gefiel ihr. Die Umbaupausen dagegen waren langweilig. Viele setzten sich auf den Boden und unterhielten sich, aber so alleine ohne Ablenkung musste man die Zeit totschlagen. Tina betrachtete eingehend die Festivalbesucher, schätzte ihr Alter und überlegte, wegen welcher Bands sie hier waren. Bei manchen war das anhand der T-Shirts ganz leicht festzustellen, anderen ging es wohl nur ums Feiern und den Alkohol. Von diesen Gruppen versuchte Tina sich so gut wie möglich fernzuhalten. Einmal hatte sich schon so ein Circle gebildet. Von einer Sekunde zur nächsten war sie eingekreist von johlenden Jugendlichen, die sich gegenseitig schubsten und wie wild durch die Gegend sprangen. Sofort wurde Tina von der Panik ergriffen, zu Boden gerissen zu werden und nicht mehr aufstehen zu können. Vorsorglich wich sie um etliche Meter seitlich aus. Hier hatte sie zwar keinen so guten Blick auf die Musiker, aber wieder Platz zum Atmen.

Es war nun merklich voller in dem Bereich vor der Bühne geworden. Aus einer Unterhaltung, die zwei Jungs neben ihr führten, erfuhr sie, dass der Zugang in den ersten Ring nun abgeriegelt war. Wer mal kurz zum Dixie-Klo musste oder an den Buden etwas zu trinken kaufen wollte, durfte nicht mehr hinein. Das hinterließ ein mulmiges Gefühl bei Tina, die den Tag über wenig getrunken hatte. Auf die Toilette musste sie nicht, aber nachdem sie heftig geschwitzt hatte und die Sonne noch immer erbarmungslos auf sie niederbrannte, zweifelte sie, ob sie das so durchhalten könnte. Jetzt trauerte sie doch ihrem Rucksack hinterher, in dem 2 Wasserflaschen und Müsliriegel Platz hatten. Andererseits war sie froh gewesen, dass sie bei dem vorhin auftretenden Gerangel nicht durch den Rucksack behindert war, als sie sich durch die Menge drängen musste, auf der Suche nach einem ruhigeren Bereich. Aber war es vernünftig, hier ohne Wasser und Essen in der Sonne auszuharren, bis die Foo Fighters kamen? Oder würde sie auf diese Weise ein Sanitätszelt von innen sehen? Manchmal fühlte sie, wie der Boden unter ihr bebte, der ständige Bass tat sein Übriges.

Als nächste Band betrat Bastille die Bühne und riss Tina mit mitreißenden Gitarrenriffs sofort aus ihren düsteren Gedanken. Ihr Körper schüttelte die Müdigkeit ab und begann sich von selbst zu bewegen. Ab und an konnte sie sogar einen Blick auf den Sänger erhaschen, wenn sich vor ihr eine Lücke ergab. Die Kabelabdeckung, auf der sie wieder stand und die sie extra gesucht hatte, um einen kleinen Größenvorteil herauszuschlagen, war dafür optimal. Die schlanke Brünette neben ihr war bestimmt einen halben Kopf größer, stand aber tiefer. Sie tanzte dermaßen ekstatisch und raumgreifend, dass Tina befürchtete, einen Ellenbogen ins Gesicht zu bekommen. Ungehalten betrachtete sie die Frau. Die war ungefähr in ihrem Alter und äußerlich recht hübsch. Unter normalen Umständen hätte man sich vielleicht unterhalten können. Aber jetzt drückte sie schon wieder so mit der Schulter, dass Tina fast sicher war, dass es hier um die Eroberung ihres Platzes ging. Noch so ein Schubser. Tina verteilte das Gewicht gleichmäßig auf beiden Füßen und straffte ihren Schultergürtel. Sie war nicht groß oder breit gebaut, doch so einfach wollte sie der Dränglerin nicht den Vortritt lassen. Wenn sie den Schritt nach hinten machte, stände sie nicht mehr auf dem Kabelkanal und hätte die Zicke vor sich. Tina drückte ihrerseits ihre Schultern gegen die Frau und versuchte sich etwas Platz zu verschaffen. Der Gegenangriff ließ nicht lange auf sich warten.

Eigentlich wollte Tina das Konzert genießen und sich nicht von so einer Schnepfe den Tag verderben lassen, aber es sah nicht so aus, als ob das egoistische Biest aufgeben würde. Und jetzt tippte sie ihr auch noch auf den Rücken. Warum musste sie denn ausgerechnet auf die unangenehmste Person treffen? Was wollte die wohl mir ihr besprechen? Schon wieder rüttelte sie an Tinas Schulter.

Moment, das musste jemand anderes sein. In dem Gedränge konnte die Frau nicht von allen Seiten angreifen. Tina drehte den Kopf und sah ein T-Shirt mit einem Totenkopf auf einer breiten Brust. Der dazugehörige Kopf näherte sich ihrem Ohr.

»Hi, soll ich dich auf die Schultern nehmen?«

Tina sah den jungen Mann perplex an. Er hatte ein gutgeschnittenes Gesicht und verwuschelte blonde Haare. Seine blauen Augen zwinkerten verschmitzt, als er kurz in die Richtung von Tinas Erzfeindin nickte.

Konnte sie das wirklich? Sie kannte den Mann gar nicht und hatte noch nie bei jemandem auf den Schultern gesessen. Wenn die riesigen Bildschirme neben der Bühne Bilder vom Publikum zeigten, dann konnte man die Glücklichen sehen, die über allen anderen thronten. Schon wieder so ein Drängelangriff von ihrer Erzfeindin. Und der Typ war groß, kräftig und sah nett aus.

»Das wäre klasse! Ich bin Tina.«

»Ich bin Yanis.« Er ließ seinen Rucksack von den Schultern gleiten und machte einen Schritt auf Tina zu. »Halt dich an meinem Kopf fest.«

»Äh, könnt ihr mich bitte vorlassen? Wenn ich hinter euch stehe, sehe ich gar nichts mehr«, sagte die Dränglerin mit einem freundlichen Lächeln, das eindeutig nur Yanis galt.

»Nein«, antwortete Yanis kühl und tauchte nach unten. Tina versuchte, sich noch breitbeiniger hinzustellen, als sie seinen Kopf zwischen ihren Beinen spürte. Seine Hände griffen nach ihren Waden und hielten sie fest. Dann erhob er sich langsam. Nach einem kurzen Schwanken merkte Tina, dass sie sehr stabil saß. Nur ganz leicht berührte sie die Umstehenden, um ihr Gleichgewicht auszutarieren. Stück für Stück tauchte sie aus der Menge auf.

Boah, das war ein Gefühl wie Schweben. Tina sah die komplette Bühne und fasste den Sänger ins Auge. Diesen Anblick würde sie nie vergessen. Noch genialer waren die vielen Köpfe der Zuschauer, auf die sie niederblickte. Sie war mitten in einer enthusiastischen Menge, aber auch über ihr. Sie hatte Platz und Luft und eine überschäumende Dankbarkeit überkam sie.

»Danke, das ist toll. Sag Bescheid, wenn ich zu schwer werde«, rief sie nach unten.

Yanis drehte seinen Kopf etwas quer. »Du bist leicht. Genieß es!«

Tina suchte in der Menge ihre frühere Rivalin. Vorhin wollte sie ihr ein Knie ins Gesicht rammen, aber jetzt war sie so euphorisch, dass für Wut kein Platz war. Außerdem war die Frau nicht mehr zu sehen.

Yanis rüttelte an ihrem Knie. »Guck auf die Leinwand!«

Tatsächlich, als die Kamera über das Publikum glitt, blieb es an einer Frau hängen, die mit leuchtenden Augen und schweißgetränktem Gesicht selig lächelte. An Tina. Jetzt sahen alle Festivalbesucher ihr zu. Ihr Lächeln wurde breiter.

Ansonsten hörte sie nichts von Yanis. Er beschwerte sich nicht über ihr Gewicht. Anscheinend genoss er die Veranstaltung, denn er bewegte sich zur Musik. Einmal hatte Tina sogar das Gefühl, dass er hüpfte.

Als die Band unter tosendem Applaus gegangen war, verließen rund herum einige Zuschauer den inneren Ring. Das Gedränge wurde erträglicher. Yanis ging in die Knie und ließ Tina von seinem Rücken gleiten.

Sie hauchte ihm ein Küsschen auf die Wange. »Danke, das war der Wahnsinn.«

»Du bist alleine hier, oder? Ich hatte das Gefühl, du hattest einen schweren Stand in der Menge.« Yanis hatte eine volltönende Stimme, der fränkische Dialekt war nicht zu überhören.

»Gut beobachtet. Mir war klar, dass es im Alleingang nicht einfach wird. Seit Stunden stehe ich schon hier und langsam tut mir der Rücken weh.«

Yanis betrachtete sie zweifelnd. Tina wusste, was er sah. Die Euphorie von eben war verflogen, jetzt war ihr Gesicht fleckig und abgekämpft.

»Setz dich hin! Ich schirme dich ab«, erklärte er kurz angebunden und grätschte seine Beine. Dann packte er Tina unter den Achseln und ließ sie zwischen seinen Füßen auf den Boden gleiten.

Tinas Rücken entlastete die Positionsänderung unheimlich und auch ihre Fußsohlen waren dankbar. In den Sneakers bewegte Tina ihre Zehen und versuchte sie zu spreizen. Sie nahm ihren Schlapphut ab und massierte sich die Kopfhaut. Yanis, der breitbeinig über ihr stand wie ein schützendes Dach, grinste ihr zu. »Und, besser?«

»Ja, das tut gut. Ich glaube, ich war kurz vorm Zusammenbruch. Danke.«

»Wann hast du das letzte Mal etwas getrunken?«, fragte Yanis streng.

»Das muss Stunden her sein. Hier drinnen bekommt man ja nur Bier und das würde mich bei der Hitze erst recht umhauen. Den Bereich vor der Bühne wollte ich nicht verlassen, die lassen einen nicht mehr rein.«

»Komm wieder hoch«, befahl Yanis und griff Tina unter die Achseln. Tina ließ es geschehen wie ein kleines Kind, sie fühlte sich geborgen, als er sie mit dem Armen umschlang und an seine Brust drückte. Dann nestelte er an dem Träger seines Rucksacks und hielt ihr einen durchsichtigen Schlauch hin. »Hier, trink!«

Tina sah ihn verständnislos an. »Was ist das?«

Sie spürte, dass er lachte, weil sein Brustkorb, an den sie ihre Wange geschmiegt hatte, leicht bebte. »Ich habe eine Trinkblase dabei. Da ist Wasser drin.«

»Von so etwas habe ich noch nie gehört«, gab Tina zu.

»Das zählt zur Grundausstattung von Mountainbikefahrern. Für Konzerte ist es praktisch. Du musst auf den Schlauch beißen und anziehen wie bei einem Strohhalm. Der erste Schluck ist warm, aber dann wird es besser.«

Tina nahm das Mundstück, das er ihr hinhielt, vorsichtig zwischen die Lippen und zog an. Anfangs kam nichts, doch als sie sanft in den Schlauch biss, flossen ein paar Tropfen lauwarmes Wasser. Ihre staubtrockene Mundhöhle saugte die Feuchtigkeit auf wie ein Schwamm. Selten hatte etwas Flüssiges so gut geschmeckt wie heute.

»Wie viel Wasser hast du dabei?«, fragte Tina, als sie ihm das Mundstück wiedergab. Sie wollte seine Freigiebigkeit nicht überstrapazieren.

»Genug für uns beide«, war die Antwort. Yanis reichte ihr einen Fruchtriegel. »Lass mich raten: Gegessen hast du auch nichts.«

»Hunger habe ich eigentlich kaum. Dafür bin ich zu aufgeregt«, räumte Tina ein.

»Wenn du durchhalten willst, solltest du etwas essen. Bist du wegen der Beatsticks oder der Foo Fighters hier?«

Alle Achtung, der Typ hatte nicht nur einen breiten Rücken, eine Trinkblase und Proviant, er kannte auch das Line-up auswendig. »Die Foo Fighters! Dave Grohl ist der Hammer, du wirst es erleben.« Sie beäugte sein T-Shirt. »Das muss sogar ein Fan der Toten Hosen eingestehen.«

»Die Hosen spielen erst morgen, heute bin ich wegen der Foo Fighters da. Aber wenn du heiß auf Dave bist, solltest du weiter nach vorne gehen. Von hier aus wirst du ihn kaum sehen.«

Tina blickte auf die beträchtliche Menschenmenge, die zwischen ihr und der Bühne lag. Yanis hatte recht, nur weil sie auf seinen Schultern gesessen hatte, hatte sie eben das Konzert so genossen. »Ist aber nicht einfach, sich da durchzudrängeln. Ich weiß nicht, ob ich das schaffe.«

»Man muss Geduld mitbringen und sich langsam vorarbeiten. Immer wenn die Menge in Bewegung kommt, weil irgendwo Circles entstehen oder Pogo getanzt wird, kann man sich weiter nach vorne schieben.«

Tina nickte. Dass die Zuschauer sich wie Wellen vor- und zurückbewegten, hatte sie am eigenen Leib erfahren. »Vorhin hat mich das um Meter zurückfallen lassen. Ich habe nicht die körperliche Konstitution, um dagegenzuhalten.«

Yanis legte eine Hand auf Tinas Schultern, stellte sich auf die Zehenspitzen und deutete zur Bühne. »Wenn ich hinter dir bleibe, schaffen wir das leicht. Da vorne ist es derzeit nicht so voll. Du schlängelst dich jetzt dahin durch und ich halte dir den Rücken frei.«

Tina warf ihm einen erstaunten Blick zu. Es kam ihr vor, als ob sie ihn schon ewig kannte. Sämtliches Unwohlsein angesichts der riesigen Menschenmenge war wie weggeblasen, seit er aufgetaucht war. Er passte auf sie auf, er würde sie hochziehen, wenn sie fiel und wer sie wegdrängen wollte, musste erst an ihm vorbei. Jetzt bot er ihr an, sie vor die Bühne zu begleiten, um Dave Grohl ganz nah sein zu können. Tina atmete tief ein, um das aufgeregte Klopfen ihres Herzens unter Kontrolle zu bekommen. Mit diesem Mann an ihrer Seite hatte sie definitiv Lust auf ein Abenteuer.

»Aber du bleibst hinter mir«, versicherte sie sich noch einmal, bevor sie sich in seinen Armen umdrehte und den ersten Schritt in die von ihm angegebene Richtung machte. Einen Weg gab es in dem Gedränge nicht, doch Tina war schmal und geschmeidig. Wo immer sie eine Lücke sah, drückte sie sich mit einem freundlichen ›Entschuldigung‹ durch. Die ganze Zeit über spürte sie Yanis' Hand in ihrem Kreuz, der anscheinend trotz seiner breiten Schultern mühelos an ihr dranblieb. Als Yanis ihr mit einem Ruck an ihrem Arm klarmachte, dass sie stehen bleiben sollte, stellte sich Tina auf die Zehenspitzen und schaute sich um. Ja, der Platz war besser. Die Bühne war näher und außerdem konnte man von hier aus auch den langen Steg sehen, der von der Stage in die Menge führte. Bisher hatten die Bands davon kaum Gebrauch gemacht. Da die Sonne sengend hinunterbrannte, blieben sie im Schatten der überdachten Bühne. Aber Tina hatte Hoffnungen, dass Dave Grohl mit seinem Bewegungsdrang den Laufsteg nutzen würde.

»Lass uns erstmal hierbleiben, die Beatsticks müssten jeden Moment kommen. Danach gehen bestimmt einige.«

»Du meinst, es werden welche die Arena wechseln, um Motörhead zu sehen?«, erkundigte sich Tina, um ein bisschen mit ihrem Wissen anzugeben.

Yanis grinste sie an. »Schätze schon. Und dann schaffen wir es hoffentlich ganz nach vorne.«

»Du meinst die erste Reihe?«, fragte Tina aufgeregt. Das hatte sie in ihren kühnsten Träumen nicht in Erwägung gezogen.

»Ich nicht, ich stehe hinter dir«, lächelte Yanis. »Aber du könntest es schaffen.«

»Du darfst dich bei mir anlehnen und über meine Schulter gucken«, entgegnete Tina grinsend.

Plötzlich wurde es laut. Die Beatsticks waren auf die Bühne gekommen und legten sofort furios los. Um Tina herum sangen Leute mit und hüpften wie Gummibälle auf und ab. Sie selbst kannte die Band nicht und wurde nicht von Rhythmus mitgerissen. Also lehnte sie sich zufrieden an Yanis' Brustkorb und betrachtete die Menschenmenge, die rings um sie ausflippte. Die gute Laune und Energie war ansteckend. Yanis versorgte sie via Schlauch mit Wasser und einem weiteren Riegel, diesmal etwas schmierige Schokolade. Er legte seinen Kopf auf ihrem ab und umschlang sie mit seinen langen Armen. Tina lächelte in sich hinein. Für Außenstehende sahen sie wie ein verliebtes Paar aus. Altersmäßig lagen etliche Jahre zwischen ihnen, aber für Mutter und Sohn hielt sie sicher niemand.

Als der Sänger das Publikum aufforderte, Circle Pits zu bilden und die Zuschauer um sie herum in Bewegung gerieten, ergriff Tina kurzzeitig die Panik. Wieder wurde sie gegen ihren Willen in eine andere Richtung gedrückt, jeder Widerstand war völlig zwecklos. Tausende Menschen hatten die Kraft einer Dampframme. Doch während die Menge sie mitriss, registrierte sie, dass Yanis sie lenkte. Das Schieben schien keinen eindeutigen Kurs zu kennen, die Masse wogte richtungslos hin und her. Als endlich Ruhe einkehrte und Tina unter ihren Füßen wieder festen Boden spürte, bemerkte sie erstaunt, dass sie der Bühne ein gutes Stück näher gekommen war.

»Wie ist das möglich?«, schrie sie Yanis ins Ohr, indem sie sich nach oben reckte.

»Die meisten werden nach außen gedrängt. Man muss nur im richtigen Augenblick ihren Platz einnehmen«, war die Antwort.

Tina, die in dem Chaos nur versucht hatte, auf den Beinen zu bleiben und sich wie eine Marionette in der Menge gefühlt hatte, staunte. Vielleicht war es einfacher, den Überblick zu behalten, wenn man so groß war. Der Moment der Panik hatte sich auf alle Fälle gelohnt: Von hier war die Sicht phänomenal, sie konnte die Gesichter der Bandmitglieder sehen und sah sogar, welche Grimassen der Schlagzeuger schnitt. Musikalisch waren die Beatsticks nicht ihr Ding, die Magie des Sängers sprang aber jetzt auf sie über. Musik war etwas ganz anderes, wenn man sie hautnah erlebte.

Viel zu früh spielte die Band ihren letzten Song.

»Da vorne steht eine Gruppe, da haben zwei ein Motörhead-T-Shirt an«, hörte sie Yanis in ihrem Ohr. »Mach dich bereit, deren Platz zu erobern.«

Tina blickte in die Richtung, in die sein Arm zeigte, aber viel mehr als die Leute vor ihr konnte sie nicht sehen.

»Jetzt«, befahl Yanis und schob Tina direkt zwischen zwei Männern hindurch, die eben mit Plastikbierbechern anstoßen wollten. Ein wenig Bier schwappte auf Tinas T-Shirt. Yanis' Hand lag drängend zwischen ihren Schulterblättern.

»Sorry. Und trotzdem Prost«, rief sie und war schon ein Stück weiter.

Kurz vor der Bühne entdeckte Tina ein paar bullige Männer, die ungeduldig darauf warteten, dass andere sie vorbeiließen. Weil sich überall dort, wo zehn Zentimeter Platz war, Leute auf den Boden niederließen, war das Hinauskommen fast unmöglich. In dem Moment, wo die Gruppe in Richtung Ausgang drängte, drückte Yanis Tina in die entstandene Lücke. Einen Augenblick verspürte sie Platzangst, dann lockerte sich der Druck um sie. Tina stellte begeistert fest, dass nur noch wenige Menschen vor ihr standen. Sie konnte von hier aus sogar die Absperrstange sehen und die Security-Leute, die dahinter Aufstellung bezogen hatten. Erste Reihe war das nicht, aber so kleinlich wollte sie nicht sein. Niemals hatte sie gedacht, so nah an Dave Grohl heranzukommen.

»Das ist der Hammer! So weit vorne, das hätte ohne dich nie geklappt.«

Yanis reichte ihr den Trinkschlauch. »Bei solchen Konzerten werden die von der Security herausgezogen, die nichts getrunken haben. Die Crowdsurfer kommen auch hier an. Das ist noch nicht unsere endgültige Position.«

Die Sonne verschwand langsam hinter der großen Bühne. Während der Schatten Tinas Oberarmen, die definitiv zu wenig Sonnencreme und zu viel UV-Strahlung abbekommen hatten, gut tat, fror Tina in ihrem schweißfeuchten Stones-T-Shirt. Solange die Musik spielte, hatte sie das nicht gespürt. Aber in der Umbaupause, wo nichts passierte, außer dass ein paar Leute über die Bühne schlichen, war die körperliche Erschöpfung nicht mehr zu ignorieren. Tina sah auf die Uhr. Weit über acht Stunden stand sie schon vor der SEAT Zeppelin Stage, kein Wunder, dass sie fertig war. Sie schlang die Arme um sich und versuchte, sich ein wenig zu wärmen. Hüpfen auf der Stelle würde helfen, aber hier war es so eng, dass gerade mal ihre Sneakers Platz hatten. Ihre Füße waren in der Menge wie einbetoniert, an tanzen oder hinsetzen war nicht mehr zu denken. Tina betrachtete ein junges Mädchen neben sich, das völlig erledigt aussah. Wahrscheinlich hatte Yanis recht, als er sagte, die Security würde erschöpfte Leute rausziehen. Hoffentlich würde sie nicht dazuzählen. Sie rieb sich die Unterarme, um den Blutkreislauf in Schwung zu bringen. Plötzlich legten sich zwei lange Arme um sie und zogen sie nach hinten. Glücklich ließ sich Tina gegen ihn sinken. Yanis nahm sie in eine Umarmung, die so viel Kraft und Wärme ausstrahlte, dass ihre Sorge von eben kindisch anmutete. Das junge Mädchen neben ihr würde vielleicht das Ende des Konzertes nicht mitkriegen, aber sie, fast 40 und völlig konzertunerfahren, hatte hervorragende Chancen.

Diesmal dauerte die Umbaupause länger. Anscheinend hatten die Topliner nicht nur die besten Auftrittszeiten, sondern auch das meiste Equipment dabei. Doch hier, gelehnt an Yanis, war die Zeit gut auszuhalten. Tina genoss das Gefühl der Geborgenheit. Jetzt konnte sie seine Hitze spüren und seine Muskeln. Wenn sie die Luft anhielt, vernahm sie sogar seinen Herzschlag an ihrem Rücken. Sein Atem traf genau auf ihren Scheitel und manchmal war es ihr, als ob er einen Kuss in ihre Haare hauchte.

Als Dave Grohl auf die Bühne stürmte, war es mit der Ruhe vorbei. Der Typ strahlte eine Energie aus, die einen ansprang. Beim Headbanging ließ er seine Haare derart fliegen, dass Tina nicht der Versuchung widerstehen konnte, es ihm gleichzutun, obwohl sie wusste, dass Yanis dadurch ihre verschwitzten Strähnen ins Gesicht bekam. Doch er beschwerte sich nicht. Erst als sie atemlos mit dem Headbangen aufhören musste, drehte er ihre Haare im Nacken zusammen.

Bei »Walk«, einem ihrer Lieblingssongs, grölte Tina lauthals mit und hörte verzückt, dass Yanis hinter ihr den Refrain mitsang. Live kamen die gefühlvollen Passagen kaum rüber, alles hatte mehr Kraft und Drive. Tina liebte auf CDs vor allem die leisen Töne, die Daves Stimme besonders zur Geltung brachten, aber hier ging es nur um Lautstärke und Power. Das war gut so, denn die wenigen ruhigeren Stücke trieben Tina vor Rührung die Tränen in die Augen. Vielleicht war das der Grund, weshalb sie es geschehen ließ, dass Yanis sie umdrehte, ihr Kinn anhob und sanft seine Lippen auf die ihren legte. Tina fühlte sich an ihren ersten Kuss erinnert. Fünfzehn war sie gewesen und ihr Herz wollte damals zerspringen. So war es jetzt auch. Die Welt um sie herum schien zu verschwimmen, nichts war mehr wichtig, nicht einmal Dave Grohl, es existierte nur noch das Gefühl dieses Mundes auf ihrem. Sie öffnete ihre Lippen und kam seiner Zunge hungrig entgegen.

Aber die Foo Fighters waren keine Band, die knutschende Pärchen in ihrem Publikum duldete. Der nächste Song begann mit peitschenden Gitarrenriffs, das Schlagzeug setzte ein und dann schrie Dave so ins Mikrophon, dass Tinas kleine Gefühlsblase platzte. Sie gab Yanis einen zarten Kuss auf die Unterlippe und drehte sich zurück zur Bühne.

Das Konzert war großartig. Wie es Yanis vorhergesagt hatte, ließen sich zwei Frauen vor ihr von einem Mitglied der Security über die Absperrung heben. Tina rückte weiter nach vorne. Die Crowdsurfer nervten. Man durfte sich nicht komplett auf das konzentrieren, was vor einem passierte, sonst bekam man plötzlich von oben einen Stiefel auf den Kopf. Tina drückte nur mit einer Hand hoch, wenn sich der nächste von den Fans bis vor die Bühne tragen ließ. Yanis hinter ihr war größer und stemmte die vorwiegend männlichen Zeitgenossen über ihren Kopf hinweg nach vorne, wo sie die Security entgegen nahm. Manche machten sich steif wie ein Brett und glitten problemlos über die Menge, aber andere ließen sich durchhängen wie ein Sack Kartoffeln. Vielleicht war das auch dem Alkohol geschuldet. Tina musste grinsen, als Yanis einem ziemlichen Brocken ein entnervtes »Körperspannung!« entgegenbrüllte. Vor ihr standen nur noch Frauen und die hatten mit dem Gewicht, das unerwartet von oben kam, sehr zu kämpfen. Zwei der Frauen gerieten dabei ins Straucheln und ließen sich daraufhin von den Sicherheitsleuten über die Absperrung heben. Tina staunte nicht schlecht, als sie die Hände auf die Eisenstange legen konnte. Sie stand tatsächlich in der ersten Reihe.

So bekam sie die besten Songs und die bekanntesten Lieder, die sich die Foo Fighters für das furiose Finale aufgehoben hatten, aus nächster Nähe mit. Sie spürte die Schweißtropfen in ihrem Gesicht, als Dave Grohl seine dunklen Strähnen durch die Luft wirbeln ließ. Die Menge tobte. Wenn die Kamera via Leinwand einen Blick aufs Publikum freigab, sah Tina, was in ihrem Rücken los war. Sie konnte es nicht fassen. Sie stand hier geschützt in der ersten Reihe und hinter ihr feierten siebzigtausend Fans. Menschen, so weit das Auge reichte.

Trotzdem war ein Teil von Tina nicht ganz anwesend. Dieser Teil dachte verzückt an den Kuss und spürte in sich ein ungewohntes Sehnen. Es war nicht die Lust auf Sex, die kannte sie. Das war ein kraftvolles, aber etwas hohles Gefühl. Es war auch nicht das Sehnen nach Zuneigung und einer Umarmung. Diesen warmen und weichen Durst stillte sie normalerweise bei Mona, die sie vorbehaltlos liebte. Jetzt spürte sie ein Bedürfnis, das ihr in Ansätzen begegnet war, als sie sich das erste Mal verliebt hatte. Die umfassende Sehnsucht, einem anderen Menschen nah zu sein. Eine ungewohnte Erfahrung.

Als die Foo Fighters ihr letztes Lied beendet hatten und unter johlendem Getöse von der Bühne gegangen waren, fragte sich Tina, wie es weiter gehen würde. Für die meisten Menschen um sie herum war die Sache klar. Sie verließen die Seat Zeppelin Stage, um zur nächsten Bühne zu gelangen, wo noch bis spät in die Nacht Bands auftraten. Die Enge der letzten Stunden löste sich so schnell, dass Tina Schwierigkeiten mit dem Gleichgewicht hatte. Bis eben konnte man aus Platzmangel nicht umfallen, nun fehlten die Menschen, die einen stützten.

Ganz langsam ließen sie sich mit der Menge zum Ausgang treiben. Er hatte sie kein zweites Mal geküsst und vielleicht war das ja nur der Emotionalität der Musik geschuldet. Jetzt, wo sich die Menge lichtete, konnte sie ihn genauer betrachten.

Yanis war sehr groß, bestimmt einsneunzig und seine breiten Schultern und der Armumfang verrieten, dass er Sport trieb. Seine Haare waren zerzaust und dunkel, aber auch schweißnass. Wahrscheinlich war er blond. Tina war nicht sicher, ob sie seine Haare vorher trocken gesehen hatte, aber für sie war er blond. Auf seine Lippen konnte sie nicht lange blicken, ohne ihre eigenen sehnsuchtsvoll zu lecken. Also musterte sie ihn unauffällig weiter. Er trug ein schwarzes Bandshirt, darüber den kleinen Rucksack mit der Trinkblase und eine dreiviertellange Treckinghose. Als er vor ihr durch eine  Security-Absperrung lief, konnte sie die Tattoos auf seinen Waden sehen. Eines war ein Baum, das zweite konnte sie nicht erkennen. Tina hätte ihn liebend gerne auf über 30 geschätzt, aber Männer in diesem Alter ließen sich gewöhnlich nicht so auffällig tätowieren. Wahrscheinlich war Mitte 20 realistischer. Tina war sich völlig im Klaren, dass sie in ihrer gegenwärtigen Verfassung rein optisch kein Leckerbissen war. Das Make-up hatte sich verabschiedet, ihre Haare hingen feucht und schnurgerade an ihr herab. Das stundenlange Zusammenkneifen der Augen wegen der Sonne hatte die Krähenfüße vertieft.

»Wie sieht dein Plan für heute aus? Willst du noch zu Slipknot, oder ist dein Soll mit einem Platz in der ersten Reihe bei den Foo Fighters erfüllt?«, fragte Yanis, als sie sich anschickten, das Zeppelinfeld durch die Durchgänge zwischen den Steintribünen zu verlassen.

»Meine Erwartungen sind übererfüllt«, entgegnete Tina. »Eigentlich wollte ich mir nur noch ein T-Shirt kaufen und dann heimfahren.« Sie blickte resigniert auf die Hütte, wo die Merchandise-Artikel angeboten wurden. Anscheinend war sie nicht die Einzige, die auf diese Idee kam. Vor der Bude drängte sich eine Menschentraube.

Yanis schob sie zu dem Stand. »Welches willst du haben?«, fragte er.

Tina zuckte mit den Schultern. »Ich kann nichts sehen. Eins der Foo Fighters, das ist logisch.«

Yanis trat hinter sie und einen Moment schwankte der Boden. Erstaunt begriff sie, dass Yanis sie an den Oberschenkeln umschlungen hatte und hochstemmte. Jetzt hatte sie den perfekten Blick auf die Auslage, direkt über die Köpfe hinweg.

Ihre Wahl war schnell getroffen. »Das Schwarze mit der geflügelten Rakete!«

Yanis setzte sie wieder auf den Boden. »In S oder M?«

»In M!«, antwortete Tina.

»Dann bleib hier stehen, ich besorge es dir.« Yanis wartete ihre Antwort nicht ab, sondern kämpfte sich sofort durch die Menge. Dank seiner hochgewachsenen Gestalt konnte Tina verfolgen, wie schnell er in der ersten Reihe stand. Sie grinste. Kein Wunder, dass sie es bis vor die Bühne geschafft hatten, er hatte eine körperliche Präsenz, die man nicht übersehen konnte. Und der man auch nicht widerstehen konnte.

Yanis brauchte nicht lange, bis er mit dem T-Shirt wieder vor Tina auftauchte. Sie hatte inzwischen 25 EUR in der Hand, um eine mögliche Diskussion sofort im Keim zu ersticken. Sie tauschte Geld gegen das T-Shirt.

»Danke, das ist klasse. Ich glaub', ich ziehe es gleich drüber, langsam wird mir kalt.«

»Zieh das andere lieber aus. Es ist komplett durchgeschwitzt. Nicht dass du dich erkältest.«

»Ja, klar!« Tina hob den Finger in eindeutiger Geste zur Schläfe.

Yanis zog sie am Arm um den Verkaufsstand herum in den Schatten. »Ich geb' dir Sichtschutz.«

Tina zögerte einen Moment, doch der Ekel vor dem verschütteten Bier und Schweiß siegte. Sie zog ihr T-Shirt über den Kopf und schlüpfte in das neue, das Yanis ihr hinhielt.

»Und, wie sehe ich aus?«

»Toll, auch wenn es die falsche Band ist.« Seine Stimme klang plötzlich belegt.

Tina sah ihn überrascht an.

»Ohne T-Shirt hast du mir noch besser gefallen.« Seine Augen waren dunkel. Tina hätte es gerne auf Erregung geschoben, aber hier in der schummrigen Ecke sah alles verändert aus. Wahrscheinlich fehlte das Sonnenlicht, um dieses unglaubliche Blau seiner Iris hervorzulocken, das ihr vorhin aufgefallen war.

Plötzlich waren seine Lippen wieder auf ihrem Mund. Sie schlang ihre Arme um seinen Hals und dann bekam sie ihn: den besten Kuss ihres Lebens. Vielleicht spielten die Nachwirkungen des Konzerts eine Rolle oder die Stimme von Dave Grohl, die in ihrem Kopf nachhallte. Doch der Kontrast dieses Körpers, der sie heute im Gedränge mit seiner Größe und seiner Kraft geschützt hatte, zu den sanften Lippen, die zärtlich und nachdrücklich zugleich ihren Mund öffneten, war einzigartig.

»Zu mir oder zu dir?«, fragte er mit dieser fast heiseren Stimme, deren Vibrationen durch Tinas Körper zu schwingen schienen.

»Mein Auto steht in der Nähe, am Ostausgang.« Sie klang genauso atemlos wie er.

Der Weg durch das Festivalgelände kam Tina fast surreal vor. Sie schwebte, wie nach dem Genuss von Rauschmitteln. Die Musik der letzten Band des Abends, Slipknot, wehte durch die Nacht. Die meisten Festivalbesucher waren nicht mehr nüchtern, aber die Atmosphäre war friedlich. Das einzige Getränk, das sie zu sich nahm, war ein großes Glas Wasser, das Yanis an einem Bierstand erwarb. Es schmeckte köstlich, kühl und perlend, und sie war sicher, dass kein Bier damit mithalten konnte.

Yanis hielt sie weiter fest an der Hand, aber seine Bodyguard-Haltung hatte er aufgegeben. Die Menschenmenge hatte sich verlaufen, nur einzelne Gruppen kamen ihnen entgegen. Tina genoss den ungewohnten Platz und die frische Luft, als sie dem Ausgang mit langen Schritten entgegenstrebte.

Mit etwas Wehmut verließ Tina das Rock-im-Park-Gelände. Hier würde morgen und übermorgen noch weitergefeiert, aber leider ohne sie. Allerdings war der heutige Abend sowieso nicht zu toppen und das Beste, was Rock im Park zu bieten hatte, hielt sie fest an der Hand. Sie übernahm die Führung und kurz darauf standen sie vor ihrem weißen BMW, der glücklicherweise nicht abgeschleppt worden war. Nicht einmal ein Strafzettel hing hinter dem Scheibenwischer. Wahrscheinlich hatte die Polizei aufgegeben, alle parkten wild durcheinander. Tina hatte sich frech mit ihrem Auto auf eine Verkehrsinsel gequetscht. Yanis runzelte die Augenbrauen, sagte aber nichts.

Wohlige Wärme empfing sie, der Wagen hatte sich den Tag über in der Sonne aufgeheizt. »Zu mir oder zu dir?«, fragte Tina.

»Dein Auto, meine Wohnung.«

»Ich muss kurz einer Freundin eine SMS schicken, dass ich das Konzert überlebt habe. Und ich brauche deine Adresse für das Navi.«

Tina gab die von Yanis genannte Straße als Ziel ein und schickte Berret eine SMS mit der Adresse und seinem Namen: Yanis Hohmeier.

Sie steckte den Schlüssel ein und Dave Grohl gab einen weiteren Song zum Besten. Tina drehte die Lautstärke leiser, sie wollte das Erlebnis von vorhin nicht so schnell von der CD überlagern lassen.

Ein Blick in den Rückspiegel, dann fuhr sie zügig von der Verkehrsinsel herunter und ordnete sich auf der mehrspurigen Fahrbahn ein.

»Da vorne müssen wir links. Und wenn du langsamer den Randstein runterfährst, danken dir das deine Felgen.«

Tina nickte wie abwesend und nahm die Linkskurve, ohne die Geschwindigkeit zu verringern. Die Räder quietschten ein bisschen und Tina bemerkte zufrieden, dass Yanis den Türgriff mit seiner großen Hand umklammerte.

Die emotionslose Stimme des Navigationsgerätes lotste sie auf die Autobahn. Ansonsten war es still im Auto, während Tina wie eine Flipperkugel zwischen den Fahrbahnen wechselte.

»So fährst du also Auto«, kam nach einem gewagten Überholmanöver eine angespannte Stimme vom Beifahrersitz.

»Nö«, antwortete Tina fröhlich. »So fahre ich nur, wenn jemand mir erklärt, wie ich fahren soll. Ich steh' drauf, wenn diese Leute ihren Handabdruck im Türgriff hinterlassen.«

»Kritik angekommen«, sagte Yanis und schmunzelte. »Aber der Ignoriervorgang läuft bereits.«

Tina nahm ihren Fuß vom Gas und ordnete sich hinter einem Audi ein. Sie hatte in letzter Zeit genügend Strafzettel bekommen, die meisten wegen Falschparken, und wollte es nicht darauf ankommen lassen. Außerdem wollte sie Yanis nicht verärgern.

Das Navigationsgerät lotste sie in ein Wohngebiet, von dem bei der Dunkelheit wenig zu sehen war. Vor einem großen Mehrfamilienhaus stellte sie das Auto ab und folgte Yanis durch ein Gartentörchen bis zu einer Haustür mit altmodischen Glaseinsätzen.

»Im Treppenhaus müssen wir leise sein«, sagte Yanis und schloss die Tür auf.

Im ersten Stock blieb er vor einer Tür stehen, schlüpfte aus den Schuhen und drückte die Türklinke hinunter. Abgeschlossen war anscheinend nicht. Tina zog ebenfalls die Sneakers aus, was ihren Füßen guttat, aber einen strengen Geruch freisetzte. Sie rümpfte die Nase.

»Eine Dusche wäre angebracht, oder«, sagte Yanis und drückte auf den Lichtschalter.

»Ja, das wäre ein Traum. Und einen Happen zu essen könnte ich auch noch vertragen.«

»Kriegst du! Hier rechts ist das Badezimmer. Wenn du deine Klamotten vor die Tür legst, hänge ich sie auf dem Balkon zum Lüften auf. Und ich schmiere ein paar Brote. Wasser, Cola oder Bier?«

»Wasser bitte«, sagte Tina, die bei dem Gedanken an eine warme Dusche von Vorfreude durchströmt wurde. Außerdem war es dringend nötig, ihr derangiertes Aussehen in Ordnung zu bringen. Der Blick in den Rückspiegel hatte vorhin deutlichen Renovierungsbedarf gezeigt. Allerdings hatte sie weder Make-up noch Haarspray dabei, nur einen Zopfgummi und ein Kamm fanden sich in der kleinen Umhängetasche. Aber schon eine Dusche würde einen großen Unterschied machen.

Tina widerstand der Versuchung, den Badezimmerschrank nach hilfreichen Produkten zu untersuchen. Sie schlüpfte aus ihren verschwitzten Klamotten, öffnete die Tür einen Spalt und schob ihre Kleidung wie angewiesen vor die Tür. Dann sprang sie unter die Dusche. Aus einem großformatigen Duschkopf rieselte das Wasser sanft auf ihren Rücken. Tina legte den Kopf in den Nacken und spülte ihre Haare aus. Shampoo gab es in den Sorten ›Men Activ‹ und ›Rose-Vanille‹. Nach kurzem Zögern griff Tina zur männlichen Variante, auf die Gefahr hin, dass sie dann genauso roch wie Yanis. Weil sie schon dabei war, wählte sie auch das Duschgel aus der Männerserie. Die zweite Flasche gab ihr Rätsel auf. Wohnte Yanis hier mit seiner Mutter oder dachte er, dass Frauen, die er mit nach Hause nahm, auf altmodische Düfte stehen?

Ihre Haare hatte Tina bereits unter der Dusche ausgekämmt, aber sie konnte sich nicht überwinden, die geräumige Duschkabine zu verlassen. Einmal, weil das lauwarme Wasser nach der Hitzeschlacht des Festivals so guttat und außerdem wusste sie nicht, wie sie Yanis ohne Klamotten gegenübertreten sollte.

Yanis nahm ihr die Entscheidung ab, denn er klopfte an die Duschtür. »Kann ich mit reinkommen? Ich stinke wie ein Marathonläufer.«

»Klar. Ich bin schon fertig, aber das Wasser ist so angenehm. Ich kann dir den Rücken einseifen.«

»Das Angebot nehme ich gerne an.«

Tina tat, als ob sie mit der Duschgelflasche kämpfte, nur um einen Vorwand zu haben, sich wegzudrehen. Nur ein kurzer Blick auf seinen nackten Körper hatte gereicht. Das einzige, das ihrer Meinung nach störte, waren die tätowierten Waden. Der Rest seines Körpers war unverziert, muskulös, leicht gebräunt und spärlich mit blonden Haaren bewachsen. Plötzlich kam sich Tina mit ihren fast 40 Jahren alt vor. Die meisten Männer schätzten sie auf gerade mal 30, aber da war stets Schmeichelei im Spiel. Yanis war nicht nur jünger als die Männer, mit denen sie sonst zu tun hatte, er sah auch besser aus. Fürs Auge war das toll, fürs Selbstbewusstsein ein Dämpfer.

»Dreh dich um«, sagte Tina, immer noch den Blick auf die Duschgelflasche geheftet.

Dann hatte sie seine Muskeln unter ihren Händen. Sie fuhr die breiten Rückenmuskeln mit Druck auf und nieder, sie massierte seine Schultern bis zum Haaransatz. Yanis hielt still, nur ab und zu hörte sie ein zufriedenes Seufzen. Mutiger geworden, tastete sich Tina den Rücken hinab zum Hintern. Auch die Beine wurden eingeseift. Fasziniert ging Tina in die Hocke und rieb über die großflächigen Tattoos, die die ganzen Waden zierten. Vielleicht wollte Yanis nicht, dass sie das Geheimnis seiner Bilder ergründete, denn er drehte sich um. Tina tat, als ob das egal wäre, und verteilte eben Duschgel auf den Schienbeinen. Dann sah sie etwas verunsichert nach oben. Yanis hatte sein Gesicht zum Brausekopf gehoben und die Augen geschlossen. Er tastete nach dem Shampoo und massierte es in seine Haare.

»Es gibt noch Stellen, die du nicht gewaschen hast«, sagte er, ohne sie anzusehen.

Tina erhob sich und widmete sich seinem Brustkorb. Sanft ließ sie ihre Finger durch die Haare gleiten, die sich über den Brustmuskel zogen und dann in einer dünnen Spur zum Bauchnabel führten. Das, was sich etwas tiefer zeigte, konnte sie nicht ignorieren, es zog ihren Blick magisch an. Seltsamerweise fühlte sich die sexabenteuererfahrene Tina plötzlich befangen. Ihre One-Night-Stands liefen gewöhnlich anders ab, vor allem wenn die Männer jünger waren. Gemeinsames Duschen und eine Betrachtung der körperlichen Gegebenheiten vermied Tina normalerweise. Andererseits wäre es eine verschwendete Gelegenheit, wenn sie dieses Prachtstück keiner genaueren Musterung unterzog.

Ohne ihre Augen von seinem Penis zu wenden, sagte sie: »Das musst du selbst erledigen.«

»Warum? Für schüchtern hätte ich dich nicht gehalten.«

Schüchternheit war wirklich keine Eigenschaft, die Tina auszeichnete. Sie hielt sich eher zurück, um Männer nicht zu überfordern. Bei Markus hatte ihre sexuelle Unersättlichkeit nicht gerade Jubel hervorgerufen. Nach zügellosem Sex hatte er oft unterstellt, dass sie zu viel Erfahrung hätte.

»Also, was ist jetzt?«

Eine zweimalige Aufforderung war deutlich genug. Tina gab etwas Duschgel auf die Handflächen, schäumte es auf und sank auf die Knie. Sie legte ihre Finger auf seine kräftigen Oberschenkel und ließ sie langsam nach oben gleiten. Als sie mit vorsichtigen Bewegungen seine Hoden kraulte, legte er stöhnend den Kopf in den Nacken. Ermutigt tastete sich Tina weiter vor, immer darauf bedacht, kein Duschgel auf sein bestes Stück zu bringen. Das wollte sie später nicht im Mund haben.

Im Allgemeinen verzichtete Tina auf Blowjobs. Schließlich wusste man nie, wie viele Schüsse ein Mann in der Trommel hatte und Tina wollte keinen verschwenden. Doch Yanis' Penis war so ein Leckerbissen, dass es sie drängte, ihn in den Mund zu nehmen. Hingebungsvoll leckte und saugte sie und hatte dabei fast genauso viel Vergnügen wie Yanis, der sich stöhnend an die Duscharmatur klammerte. Kurz bevor er seinen Orgasmus hatte, zog er sich aus Tinas Mund zurück. Mit Bedauern sah Tina das Sperma die Duschwand hinunterrutschen. Es sah verheißungsvoll aus.

»Ich werde mich revanchieren«, versprach Yanis, als er wieder zu Atem gekommen war. Er drehte das Wasser aus, öffnete die Duschkabine und griff ein großes Badetuch, in das er Tina einwickelte. Ehe sie sich versah, hatte er sie auf die Arme gehoben und verließ mit ihr das Bad. Über seine Schulter blickend, konnte Tina die feuchten Spuren erkennen, die er auf den Bodenfliesen hinterließ. Anscheinend hatte er es so eilig, dass er sich nicht einmal abtrocknete.

Behutsam wurde Tina auf einem riesigen Bett abgelegt. Yanis wickelte sie aus dem Badetuch. Während er sich selbst notdürftig abtrocknete, angelte Tina nach der Bettdecke und zog sie bis zum Hals hoch. Es war hell in diesem Schlafzimmer. Der ganze Raum wirkte gradlinig und clean, ein männlicher Traum in Grau und Weiß. Aber wenn man auf die 40 zuging, hatte eine romantische Beleuchtung ihre Vorteile.

Fast trocken schlüpfte Yanis zu ihr unter die Bettdecke und allein das Gefühl seiner Haut auf ihrer sandte Schauer über ihren Rücken. Tina musste sich zurückhalten, sonst wäre sie über ihn hergefallen. So aber erwiderte sie seinen leidenschaftlichen Kuss und spürte den Kreisen nach, die seine Finger um ihre Brustwarzen malten.

»Mit was muss ich dich ärgern, damit du dich im Bett so verhältst, wie du vorhin Auto gefahren bist?«

»Ich lasse es nur langsam angehen, um dich nicht zu überfordern.«

»Lass dich gehen! Glaub mir, ich werde damit fertig.«

»Du weißt nicht, was du da sagst!«, antwortete Tina warnend.

Yanis biss ihr neckend in die Lippe. »Jetzt bin ich neugierig. Und angetörnt.«

Tina legte den Schalter um. Sie drängte ihre Bedenken, wie ein sexhungriges Monster zu erscheinen, in eine abgelegene Ecke ihres Kopfes. Sie warf die Decke weg und einen Moment später lag Yanis unter ihr. Gierig bedeckte sie seinen Körper mit Küssen, saugte an seinen Brustwarzen und zog mit den Fingernägeln rote Linien in seinen Brustkorb. Unter ihren Händen zitterte er vor Erregung, doch als sie ihn in sich aufnehmen wollte, übernahm er die Führung. Er umfasste ihre Taille mit einem Arm und lag im nächsten Augenblick auf ihr. Der harte Rhythmus seiner Stöße ließ Tinas Ekstase in Höhen steigen, die ihr die Tränen in die Augen trieb. Er hatte gesagt, sie solle sich gehen lassen, und so hielt Tina nichts zurück und kam laut stöhnend zum Höhepunkt, während sich ihre Hände in seinen Rücken krallten. Mit einem tiefen Aufschrei brach Yanis kurz darauf auf ihr zusammen.

»Für so ein zartes Persönchen hast du eine enorme Energie und Ausdauer«, murmelte Yanis, als er sich von ihr herunter rollte. Es klang wie ein Kompliment.

Tina kicherte. »In der heutigen Zeit würde man mich wohl als hyperaktiv klassifizieren, doch früher galt ich nur als quirliges Kind. Ich finde, quirlig beschreibt mich gut.«

»Ich könnte dir noch ganz andere Adjektive verpassen, aber ich habe eine Schuld abzutragen.« Damit verschwand Yanis' Kopf unter der Bettdecke. Tina staunte. Nach zwei Orgasmen war er sichtlich ausgelaugt, dennoch liebkoste er sie so ausdauernd zwischen den Beinen, als wäre das seine Lieblingsbeschäftigung.

Als Tina nach einem weiteren Orgasmus wieder die Welt um sich herum wahrnahm, stellte sie fest, dass Yanis erneut einsatzbereit war. Obwohl sie die letzten Kondome verbraucht hatten und die lange Nacht bei Rock im Park Kraft gekostet hatte, fielen sie noch einmal übereinander her. Yanis legte ihre Hände über ihren Kopf und hielt sie dort fest, als sie sich wieder in seinen Rücken krallen wollte. Sein Oberkörper lastete auf ihr, seine Augen fixierten sie, als er sie mit langsamen Stößen ein letztes Mal in den Himmel schickte.

Kurz bevor Tina einschlief, fiel ihr auf, dass die versprochenen Schnittchen und das Wasser in Vergessenheit geraten waren.

Jemand rüttelte sacht an ihrer Schulter. Jeder Muskel ihres Körpers rebellierte und ihre Lider weigerten sich, ihren Dienst zu tun. Tina versuchte zu blinzeln, aber ihre Augen öffneten sich nur einen Spalt. Doch das genügte. Yanis' Kopf war genau über ihr, seine intensiv-blaue Iris leuchtete.

»Guten Morgen. Was hältst du davon, wenn ich uns ein paar Croissants hole, bevor der Bäcker wieder zu macht?«

»Er macht zu? Wie viel Uhr ist es denn?«, fragte Tina verblüfft, der jedes Gefühl für Ort und Zeit abhanden gekommen war.

»Kurz vor zwölf. Aber unser Dorfbäcker hat die besten und mittags schließt er. Du kannst ja noch liegen bleiben.«

Tinas Magen fühlte sich etwas flau an. Normalerweise aß sie nur Obst, maximal ein Müsli zum Frühstück. Doch heute stand ihr der Sinn nach Hörnchen mit dick Butter und Marmelade. »Croissant klingt super!«

»Dann bis gleich!« Yanis drückte ihr einen Kuss auf die Lippen und war mit einem Sprung aus dem Bett. Aus dem gegenüberliegenden Schrank holte er sich eine frische Jeans und schlüpfte in ein weißes T-Shirt. Ihm dabei zuzusehen, war die Mühe wert, die es kostete, die Augen aufzuhalten. Wo waren ihre eigenen Sachen abgeblieben? Ach ja, auf dem Balkon zum Auslüften.

»Soll ich noch einen Umweg machen und eine Großpackung Kondome besorgen?«

Tina schüttelte den Kopf. »Ich hab' eine Spirale. Guck lieber, dass du schnell zurück bist.«

»Zu Befehl!« Mit einem Luftkuss war Yanis aus der Tür. Tina räkelte sich zufrieden in den Laken, die intensiv nach ihm rochen. Eigentlich duftete es nach phänomenalem Sex. Zum ersten Mal war ihr ein Mann im Bett in jeder Hinsicht gewachsen.

Als es an der Tür pochte, schrak sie aus dem leichten Schlummer hoch, in den sie aufgrund des Schlafmangels gefallen war. Wie lange hatte sie hier gelegen? War er schon wieder da? Es klopfte noch einmal.

»Komm rein«, rief Tina, erstaunt, dass er eine Aufforderung dafür benötigte.

Die Tür ging auf und das Erste, was Tina erblickte, waren ordentlich gelegte graue Locken. Sie zog entsetzt die Decke bis zum Kinn hoch.

»Ich will nicht stören. Ich wollte nur fragen, ob du dein Müsli mit oder ohne Rosinen magst.«

Tina sah die alte Dame sprachlos an. Jetzt war klar, wer Rose-Vanille-Duschgel benutzte.

»Das braucht dir nicht peinlich sein. Ich bin die Oma von Yanis, du kannst Amma zu mir sagen. Du bist also seine Freundin. Freut mich.«

»Ich bin Tina«, stieß Tina hervor. »Yanis ist nicht da.«

»Ja, ich weiß. Ich dachte, da könnten wir uns mal nett unterhalten.«

»Ich würde mich lieber vorher anziehen«, wandte Tina ein und betete still, dass Yanis gleich in der Tür stehen würde.

»Mach nur, Kind. Mich stört das nicht.«

Tina warf die Decke zurück und hoffte, die alte Dame so zu beeindrucken. Doch die war wohl wie ihr Enkel, was sie sagte, entsprach der Wahrheit. Sie sah ungeniert zu, wie Tina auf den Balkon ging und Jeans und T-Shirt von der Leine holte. Kurzentschlossen packte Tina ihre Schultertasche, die neben der Tür unter einem Stuhl stand. Gleich daneben lagen ihre Unterwäsche, ihre Sneakers und Socken. Tina raffte alles zusammen und drückte sich an der alten Dame vorbei.

»Ich muss aufs Klo«, stammelte sie und schlug den Weg zum Bad ein. Hoffentlich wohnte Yanis nicht mit der ganzen Familie in einer Wohnung und sie stand gleich nackt seinem Vater gegenüber. Himmel, wie peinlich.

Erst als sie ihre Klamotten anhatte, auf der Kloschüssel saß und auf die fest verriegelte Badtür starrte, kam ihr Hirn wieder auf Betriebstemperatur. Was war das eben gewesen? Warum hatte sie sich so verhuscht verhalten? Sie war doch kein junges Mädchen. Eigentlich hätte sie der Oma klarmachen sollen, dass sie kein Kind mehr war und nicht »Tina«, sondern »Frau Brunner« war. Und sie hätte ein paar Fragen stellen sollen, zum Beispiel wie viele Leute hier wohnten und wie weit der Bäcker war.

Jetzt waren ihre Optionen überschaubar. Sie konnte sich mit Amma unterhalten, bis Yanis mit den Hörnchen kam. Vielleicht war ein gemeinsames Frühstück mit Oma von Anfang an so geplant. Wenn es nicht in seinem Sinne gewesen war, würde er sie aus dieser unwürdigen Situation retten. Seine Qualitäten als weißer Ritter hatte er ausreichend bewiesen.

Oder sie konnte den Vorteil nutzen, dass die Badtür gleich neben der Wohnungstür lag. Sie war angezogen, hatte alle Sachen bei sich, ihr Auto stand vor der Tür und die Oma war sicher langsam zu Fuß.

Das Zeppelinfeld in Nürnberg

Wer hier herkommt, wird von der schieren Größe und den monumentalen Betonblöcken beeindruckt. Wenn man an die Vergangenheit dieses Ortes denkt, entsteht ein mulmiges Gefühl.

 

Doch jedes Jahr um Pfingsten herum verwandelt sich der Platz in ein buntes und chaotisches Mekka für Musikfans. Dann steigt Rock im Park. Und hier hat sich etwas ereignet, das Tinas Leben komplett umgekrempelt hat. Mehr darüber im Buch ›Glücksspiralen‹ , das demnächst erscheint. 

Leb doch einfach im Jetzt!

Revolverheld-Konzert am Wochenende. So wie jetzt wird's nie wieder sein - leb doch einfach im Jetzt -

Einfach ist echt gut gesagt. Für mich ist das mit das Allerschwierigste. Wenn ich von 27 runterzähle und dabei bewusst auf meinen Atem achte, stelle ich spätestens bei 23 fest, dass ich gerade an meine to-do-Liste denke oder das Abendessen plane. Ich verbuche es als großen Erfolg, dass ich inzwischen überhaupt merke, mit was mein Gehirn sich so beschäftigt, wenn ihm langweilig ist. Außerdem spüre ich bei 26, wie der Wind mir die Haare ins Gesicht bläst, und höre bei 25 die Vögel im Garten aufgeregt zwitschern. Dann fühle ich mich lebendig - der Grund warum das derzeit eines meiner Lieblingslieder ist.

Kostenloses Lesevergnügen und Schokolade

Heute und bis Sonntagnacht gibt es mein Buch "Holzweg" bei Amazon als E-Book kostenlos!

Passend dazu hier das Rezept des Tassenkuchens, den Protagonistin Marja bei Anfällen von Schokohunger macht und auch ihrem Iren vorsetzt:

Marjas Mug Cake (aka Tassenkuchen)
Zutaten für eine Person, die schnell etwas Schokoladiges braucht: 
3 Eßlöffel Mehl
¼ Teelöffel Backpulver
3 Eßlöffel Zucker
1 ½ Eßlöffel Kakaopulver
ein paar Salzkörner (ca 1/8 Teelöffel)
1 Eßlöffel neutrales Öl
3-4 Eßlöffel Milch
Marjas Spezialzutat: 1 Mon Cherie

Alle trockenen Zutaten in einer hitzebeständigen Tasse gut mischen. Öl und Milch dazugießen, mit einer Gabel verrühren bis keine Mehlspuren mehr zu sehen sind. Wenn gewünscht ein Mon Cherie in die Mitte drücken. Für 1-1 ½ Minuten bei voller Leistung in die Mikrowelle stellen. Warm genießen.

Alternativ kann man den Kuchen bei 180 °C für ca. 15 Min. im Ofen backen.

PS: Die Tasse auf dem Foto stammt wie Mac aus Irland!

 

 

Frühlingsanfang

Jetzt ist es endlich soweit. Die Kälte zieht langsam ab (hoffentlich), die Müdigkeit verlässt die alten Knochen und man kann  einen vorsichtigen Blick aus der Höhle wagen.  Was die neue Jahreszeit wohl so bringen wird? - Ich bin auf jeden Fall neugierig

Ob es jetzt wieder geht?

Es war wie verhext. Monatelang habe ich mit dieser Internet-Seite gekämpft. Nix hat funktioniert, meist war sie nicht mal erreichbar. Meist habe ich dann für einige Wochen aufgegeben, bis ich den nächsten Anlauf genommen habe. Schließlich habe ich resigniert: Internet und ich, das passt wohl doch nicht zusammen. 

Heute habe ich halbherzig mal wieder versucht in das System zu kommen (draußen regnet es). Und plötzlich bin ich drin. Okay, sieht alles etwas anders aus und alles was ich bisher übers Layout gelernt habe, habe ich vergessen, aber ich habe Hoffnung.

 

So, jetzt drücke ich auf speichern und dann werde ich ja merken, ob mir der Computer abraucht oder das funktioniert.

Es ist soweit!

 

Manchmal habe ich gar nicht mehr daran geglaubt, aber nach endlosen Korrekturdurchläufen ist es nun doch fertig geworden: Mein neues Buch: Holzweg ist bei Amazon lieferbar.

 

Als E-Book: http://amzn.to/2fV4W5t

 

Als Taschenbuch: http://amzn.to/2eZot3R

 

Außerdem bekommt man es in den Fürther Buchhandlungen Edelmann und Jungkunz.

 

Irgendwie fühlt es sich noch ganz seltsam an. Auch beim dritten Mal ist es mir nicht leicht gefallen, das Buch in die Welt hinauszulassen. Vom ersten Moment an habe ich die Geschichte geliebt, habe beim Schreiben Tränen gelacht und mit den Personen mitgelitten. Aber in der Korrekturphase habe ich das Buch dann beschimpft und beim Layout schließlich verflucht. Das Happy End hat uns versöhnt.

 

Jetzt bin ich gespannt, was Ihr sagt!

Liebe Grüße

Jane

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Einfach schön!

Meine Fingerspitzen waren taub, fürs Fahrradfahren sollte man Handschuhe anziehen. Aber die Stimmung in den Grünanlagen war gigantisch.

Gott sei Dank bin ich nicht abergläubisch

Ich bin einem Storch hinterhergelaufen, nur um ihn zu fotografieren! Und was macht der? Bringt beim nächsten Mal acht Freunde mit!

Nachlese

Jane Maurer und Sabine Roth
Jane Maurer und Sabine Roth

Meine Lesung ist schon ein paar Tage her, aber ich denke noch oft daran.  Anfangs war ich sehr nervös, aber das hat sich schnell gelegt. Dass meine Freundin/Lektorin Sabine dabei war, hat sicher geholfen. Meine Stimme hat sich tapfer geschlagen. Normalerweise gehöre ich ja nicht zu den lauten Zeitgenossen, aber nun musste ich auch in der letzten Ecke noch gut zu verstehen  sein. Noch nie haben mir so viele Leute so lange andächtig  zugehört. Auch einen Applaus bekomme ich normalerweise nicht, wenn ich aufhöre zu reden. Das Gefühl danach war gigantisch. Es war eine Hürde, die ich nun genommen habe. Und beim zweiten Mal wird es sicherlich leichter - ich freue mich schon darauf.

Lesung am 16.6.2016  um 12.30 im Cafe am Park

Ich bin aufgeregt!

Meine erste Lesung!

Sie findet anlässlich der Kulinarischen Mittagslesung am 16.6.2016 um 12.30 im Café am Park in der Moststraße 27 in Fürth statt. Wer kommt, kann miterleben, wie ich aus "Fluchtreflex" vorlese.

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Irland - wie es keiner kennt

10 Tage lang war ich in Irland. Aber der typische irische Regen und der Nebel haben sich nicht blicken lassen. Statt dessen gab es Sonne satt. Wunderbare Sonnenaufgänge, beeindruckender Sternenhimmel, romantische Sonnenuntergänge. Dazu Schwimmen am schönsten Strand der Welt - so sehe ich das, denn der Strand gehörte mir ganz allein. Kein einziger Sonnenschirm, keine Strandliege, nur heller weicher Sand.

Viele Ausflüge, noch mehr Wanderungen - es war eine herrliche Zeit

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Rendez-vous auf der alten Mülldeponie ...

... klingt jetzt nicht so prickelnd. Als mein Mann einen Platz für ein Picknick vorschlug, fiel seine Wahl auf den Fürther Solarberg. So nennt ihn die Stadtverwaltung gerne, im Volksmund heißt er Müllberg oder Monte Scherbelino. Ich war skeptisch. Aber der Sonnenuntergang ist romantisch. Und man ist dort oben fast alleine. Warum nur?

Die schönste Schaufensterdeko in Fürth

Momentan macht mir Schaufenstergucken richtig viel Spaß. Denn bei Jungkunz steht eine Parkbank im Fenster  - und zwar im Kleeblattgewand. Und meine Bücher sehen doch richtig gut dort aus. 


Weniger gut ist das Foto des Schaufensters vom Edelmann gelungen. Das liegt aber nicht am Motiv, sondern an der Fotografin, die an der spiegelnden Scheibe gescheitert ist. Es ist wirklich ein Schaufenster, selbst wenn es so etwas verwirrend wirkt. Aber verewigen will ich es im Netz trotzdem. 

Die Vögel

Ich kann mich noch erinnern, als das erste Wildganspärchen im Fürther Stadtpark einzog und ein Junges aufzog. Das ist Jahrzehnte her. Seitdem wurden es jedes Jahr mehr. Heute habe ich bei hundert Vögeln aufgehört zu zählen. Ist das noch normal und schön oder zu viel? Welche anderen Tiere werden hier verdrängt?

Artikel in der StadtZeitung Fürth vom 22.7.2015

Gewinnspiel

Dieser Artikel erschien letzten Mittwoch in der Regional Aktuell Fürth. Vielleicht hat ja jemand Lust, bei dem Gewinnspiel mitzumachen ...

Lovelybooks-Leserunde

Ich habe bei lovelybooks eine Leserunde für mein neues Buch "Bootsausflug" eröffnet.

Es gibt 10 Taschenbücher und 10 ebooks zu vergeben. Wer mitmachen möchte, kann sich das hier anschauen: 

http://www.lovelybooks.de/…/Bootsausf…/leserunde/1163169100/

Ich freue mich schon auf eine lustige und lehrreiche Diskussion!

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Bootsausflug ist erschienen

Ich habe zwar das Gefühl, dass ich schon eckige Augen habe, weil ich in den letzten Wochen zuviel Zeit vor dem Computer verbracht habe und ihn endlich mal zuklappen sollte, aber diese Meldung muss noch raus:


ES IST DA! MEIN ZWEITES BUCH!


Bootsausflug


bei Amazon als Taschenbuch:


und als kindle E-Book


und im epub-Format u.a.bei Thalia, Hugendubel, etc.(funktioniert heute noch nicht)


Dieses Buch ist zusammen mit meiner Lektorin/Freundin Sabine entstanden. Ich bin glücklich, dass ihr Fluchtreflex damals so gut gefallen hat. Denn sie hat mir angeboten, die Neuauflage zu lektorieren und in der Folge hat sich eine fruchtbare Zusammenarbeit ergeben. Zu zweit macht manches einfach mehr Spaß und Bücher schreiben gehört definitiv dazu. Bootsausflug ist nun das erste Buch, das die neu gegründete

zu verantworten hat. Ich freue mich noch auf ganz viele neue Bücher und muss gestehen, dass ich noch nie im Leben so viel dazugelernt habe. Ständig kommt Neues auf mich zu (Layout, Bildbearbeitung, Firmenrecht, Pressearbeit ...). Aber mit so einer Freundin an der Seite blicke ich zuversichtlich nach vorne!

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Jurassic Park in einer anderen Dimension!

Bei mir im Garten ist die gefürchtete Spiderman-Schnecke gesichtet worden. Bisher rätseln Forscher noch, ob diese Schnecke ihre Fähigkeiten einem Biss einer radioaktiv verseuchten Spinne verdankt. 

Kommentar meiner Nachbarin: Hängt sie höher und spielt ihr das Lied vom Tod!

Die letzte Woche war abwechslungsreich!

 

Dienstag sind uns am Watzmann kaum mehr Menschen begegnet, als wir bis zu den Schneefeldern aufstiegen.


Dafür um so mehr Gämsen.


Dann erschien am Donnerstag in den Fürther Nachrichten ein Artikel über mich und "Fluchtreflex". Das hat mich ganz schön umgehauen.

Zum Wochenende die Hitzeschlacht bei Rock im Park: Als Campino kam, stand ich in der zweiten Reihe und über fünfzigtausend Menschen hinter mir.

 

Vielleicht ist das dem einen oder anderen zu extrem, aber ich mag mein Leben so. Allerdings werde ich es die nächsten Tage ruhiger angehen.

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Macarons vegan - Das Rezept

Macaronschalen vegan mit Aquafaba


Ich habe verwendet:

Kichererbsenwasser (Rewe beste Wahl 400g-Dose, da waren bei mir 140 g Flüssigkeit drin)

1 Messerspitze Cream of Tartar 1)

100 g Feinzucker

100 g gemahlene Mandeln, die helle Sorte, bei der die Schalen nicht mit gemahlen wurden. (Rewe beste Wahl kalifonische Mandeln gemahlen in der 100 g Packung)

100 g Puderzucker

1 Messerspitze Lebensmittelfarbe in Pulverform (wenn gewünscht)


1) = Weinstein (nicht das Backpulver mit Weinstein. Ist in USA und in England zum Backen gebräuchlich. Es stabilisiert den »Eischnee« und ich verwende es sonst immer, wenn ich normale Macarons backe. Ob es auch ohne geht, weiß ich bisher nicht. Müsste evtl. auch in Apotheken zu bekommen sein.)


Anleitung:


1. Kichererbsenwasser in einem kleinen Topf bei mittlerer Hitze in ca. 10 Minuten reduzieren lassen. Ab und zu umrühren. Jetzt ist die Flüssigkeit etwas zäh und es sind nur noch 60 g. 10 Minuten abkühlen lassen.


2. Kichererbsenwasser mit Cream of Tartar vermischen und aufschlagen. Ich habe eine Kitchenaid, verwende den Schneebesen und schlage auf Stufe 8 ungefähr 4 Minuten, bis die Masse etwas schaumig und weißlich wird. Dann schütte ich die Hälfte des Zuckers dazu und lasse den Mixer 2 weitere Minuten laufen. Ich stoppe den Mixer und schiebe die am Rand verteilte Masse wieder mit einem Spatel nach unten. Dann erhöhe ich auf Schlagzahl 10 und schütte den restlichen Zucker hinein. Nach insgesamt 10 Minuten habe ich eine kleine Menge feste weiße Masse, die absolut standfest ist. Jetzt die Lebensmittelfarbe unterrühren.


3. Puderzucker und gemahlene Mandeln in einer Schüssel mischen. Dann gebe ich sie in meine Moulinette, um die Mischung mehlfein zu bekommen. Wer einen anderen Mixer verwendet und noch kleine Stücke findet, kann die Mischung durch ein feinmaschiges Sieb streichen, bei mir reicht ein Zerkleinern mit der Moulinette aus.


4. Die Hälfte der Mandeln unter den Kichererbsenschnee rühren. Wenn eine einheitliche Masse entstanden ist, den zweiten Teil dazugeben und ebenfalls unterarbeiten. Hier finde ich, dass sich die Masse anders verhält, als wenn man mit Eiweiß arbeitet. Die Masse ist viel zäher und man muss sie mit einem Spatel kräftig durchrühren und immer wieder (bei mir 25 mal)  mit dem Spatel am Rand des Topfes die Luft aus der Masse hinausdrücken (=Macaronage). Es soll ein zähflüssiger Teig entstehen, der in breiten Bändern vom Löffel hinunterläuft und glänzt. Meiner war heute ziemlich fest und wollte sich gar nicht bewegen. Schließlich habe ich einen Esslöffel Wasser hinzugegeben. Das hat die Masse erstaunlicherweise gar nicht übel genommen, auch hier verhält sich Aquafaba anders als Eischnee.


5. In einen Spritzbeutel mit großer Tülle (ca. 1 cm Durchmesser) geben. 2 Backbleche mit Backpapier belegen. Ich habe dafür dünne, schwarze, wiederverwertbare Folien. Spritzbeutel senkrecht dicht über das Backblech halten und drücken, bis die Masse seitlich aus der Tülle hinausquillt.  Druck einstellen und den Spritzbeutel anheben. Ich mache sehr kleine Macarons, die brechen nicht so schnell, außerdem finde ich sie so niedlich. Ca. ein Euro große Teighäufchen spritzen und eventuelle Spitzen mit einem feuchten Finger gleich wegtupfen. Wenn die Macarons unterschiedlich groß werden finde ich das nicht schlimm, man sucht einfach später Paare. Die Macarons breiten sich nur wenig aus, zwei Zentimeter Abstand sollten reichen. Wenn das Blech voll ist, das Blech in eine Hand nehmen und mit dem Handballen der zweiten von unten dagegen klopfen. Dadurch werden sie etwas gleichmäßiger, eventuelle kleine Luftbläschen verschwinden. Falls man mit Zuckerperlen , Kakaopulver etc. verzieren möchte, jetzt auf die Hälfte der Schalen streuen.


6. Zwei Stunden in der Küche stehen lassen. Dadurch trocknet die Oberfläche an und beim Aufgehen im Ofen bildet sich später der Fuß. (Normale Eiweißmacarons stehen nur zwanzig Minuten.)


7. In den kalten Ofen stellen. Ofen auf 100 Grad stellen (bei höherer Hitze wird die Masse zu flüssig. Die Macarons werden eher getrocknet als gebacken) und das erste Blech einschieben. Nicht öffnen, sonst fallen sie zusammen. Nach dreißig Minuten den Ofen ausschalten und die Macarons weitere fünfzehn Minuten im Ofen lassen. Dann auf die Küchenarbeitsplatte stellen. Warten, bis sie abgekühlt sind und sich vom Backpapier ablösen lassen. Einzeln vom Blech nehmen und auf ein Gitter legen, die Unterseite dabei mit dem Daumen etwas eindrücken, wenn sie dafür noch weich genug sind. Dadurch geht später mehr Füllung hinein und falls manche der Schalen innen hohl sind, fällt das nicht mehr auf.

 

8. Ofen abkühlen lassen. Das zweite Blech wie das erste backen. Dass die zweite Charge dadurch noch länger steht, macht nichts.


9. Füllen. Ich habe einfach ein wenig Erdbeermarmelade verwendet und mit dem Messer auf eine Schale gegeben. Dann ein gleichgroßes Gegenstück suchen und mit einer Drehbewegung aufsetzen.

Ich balanciere meine Macarons gerne durch die Füllung aus. Soll heißen: Sehr süße Schalen bekommen eine Zartbitterschokoladenganache. Sehr fragile Schalen fülle ich ebenfalls mit Ganache, die im Kühschrank fest wird und Stabilität verleiht. Diese Aquafaba-Macarons sind etwas teigiger. Ich finde Fruchtig-Leichtes, das in die Schalen einzieht, hier passend. Ist aber sicher Geschmackssache. 

 

10. Über Nacht im Kühlschrank durchziehen lassen.


Fazit:

Das Rezept hat Potential, ist aber nicht das Ende der Fahnenstange. 

• die Macaronmasse war ziemlich fest, die Macarons dagegen waren fragil und zart und schmecken wunderbar. Manches verstehe ich einfach nicht.  Ich werde versuchen die Zucker-Mandel-Mischung vorsichtig zu optimieren, bisher habe ich einfach runde Grammmengen genommen. Auch dass ich am Ende noch Wasser untergerührt habe, würde jeden Franzosen grausen.

• Die Aquafaba-Masse nimmt so schnell nichts übel. Bei richtigem Eiweiß führt manchmal zu hohe Luftfeuchtigkeit zu Fehlschlägen. Hier kann man sogar etwas pfuschen. Trotzdem sind Macarons das falsche Projekt, wenn man Sonntagnachmittag auf die Schnelle die Schwiegermutter beeindrucken will. Man sollte Zeit und Ruhe haben für den ersten Versuch. Es ist damit zu rechnen, dass man ein paar Bleche braucht, bis man das hinbekommt. Bei professionellen Macaronherstellern gibt es angeblich zehn Prozent Ausschuss. Aber es ist wie beim Fahrradfahren: wenn man es raus hat, dann kann man es.

• Ich will ein Rezept für nur ein Backblech. Das mit dem Ofen-Abkühlen nervt. Also muss ich die Menge kürzen, aber aufschlagbar in der Kitchenaid soll es trotzdem bleiben.

• Beim ersten Versuch hatte ich Kichererbsen von Kattus (von Rewe, aus der Asia/Mexikoecke). Irgendwie war der »Eischnee« da luftiger und weniger zäh. Da ich nicht genau gewogen und mitgeschrieben habe, kann das Zufall sein.  Trotzdem kaufe ich vielleicht demnächst lieber Kattus. Mal beobachten!


Quellen:

• Das Macaron-Backen (mit echtem Eiweiß) habe ich mit Hilfe von Aurelie Bastian gelernt. In ihrem Blog www.fanzoesischkochen.de findet sich das beste Rezept für Macarons, das ich je gesehen habe. Außerdem Videoanleitungen mit entzückendem französischem Akzent.

• Vegane Macarons sind mir das erste Mal gelungen mit einem Rezept aus »Vegan Desserts« von Hannah Kaminsky. Gebacken mit Ener-G, einem Ei-Ersatz aus Amerika. Optisch sehr ansprechend, aber zu süß. Veränderungen des Rezepts gingen leider schief. Den Ei-Ersatz bekommt man in Deutschland nur schwer.

• Bei der Suche nach Informationen zum Backen mit Aquafaba habe ich etliche, vor allem englische Seiten durchsucht. Dabei bin ich auf dieses Macaronrezept gestoßen: http://www.floralfrosting.blogspot.co.uk/2015/05/snickers-macarons.html.

Die Angaben bezüglich Ruhezeit und Backmethode stammen von hier. Ich dachte erst, ich weiß es besser und wollte mit höherer Temperatur backen, aber ein Blick in den Ofen (auslaufende Macarons!) ließ mich schnell den Temperaturregler herunterdrehen. In diesem Blog werde in den nächsten Tag noch ein wenig stöbern.


Guten Appetit!

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Macarons - vegan !

Eigentlich wollte ich hier nie etwas aus der Küche posten. Denn eine Küchenfee bin ich nicht. Allerdings experimentiere ich begeistert und bin extrem neugierig.


Ein Rezept für einen gelingsicheren Schokokuchen reizt mich nicht. Je abgedrehter etwas aber ist, desto eher hänge ich am Haken.


Seit einem Frankreichaufenthalt vor fünf Jahren backe ich Macarons. Meist mit Eiern, denn die meisten werden verschenkt. Ich bin kein Veganer, ich verzichte aber gerne auf Eier, Milch und Fleisch, wo immer es geht.


Bei Macarons war das bisher schwierig. Das vielversprechende Rezept von Hannah Kaminsky verlangt nach einem Ei-Ersatz, der in Deutschland kaum zu bekommen ist. Das hat mich nicht gestoppt, ich habe es mittels Koffer nach einem USA-Aufenthalt eingeführt. Äußerlich waren die Macarons nach einiger Tüftelei gelungen, aber geschmacklich waren sie viel zu süß. 


Nun bin ich im Internet auf die Methode gestoßen, Wasser aus einer Kichererbsendose aufzuschlagen und als Eiweißersatz zu verwenden. Das klang so verrückt, das musste ich probieren.


Was soll ich sagen? 

Es klappt!

Mein erster Versuch (der nicht einmal richtig ernst angegangen wurde) bietet noch Raum für Verbesserung, aber es scheint relativ idiotensicher zu funktionieren (was man von Ei-Macarons nicht behaupten kann). Wenn Interesse besteht, würde ich meine Experimente auch schriftlich festhalten.


... und jetzt esse ich sie auf!

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Ein seliges Lächeln auf den Lippen ...

... habe ich selten, wenn ich auf den Friedhof gehe. Nirgendwo ist mir die Nichtigkeit und Endlichkeit meines Daseins so sehr bewusst.


Doch heute scharrten sich die Besucher nicht traurig um die Gräber, sondern begeistert um einen putzigen Kerl, der neugierig nachschaute, ob ich in der Hand vielleicht eine Nuss habe. Leider ist in meiner Handtasche für solche Gelegenheiten nichts zu finden, obwohl sich dort die unglaublichsten Sachen verstecken.


In Zukunft gehören Nüsse zu den Dingen, die ich bei mir trage, wenn ich auf den Friedhof gehe.

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gebürtiger Zirndorfer zieht von Nürnberg nach Fürth

Es war Liebe auf den ersten Blick. 

 

Vor vier Wochen ging durch die Lokalpresse, dass eine Veterinärin in Zirndorf über hundert verwahrloste Meerschweinchen gefunden hat. Manche sind noch in ärztlicher Behandlung, aber viele davon warten nun im Nürnberger Tierheim auf eine Vermittlung.


Ich habe schon immer Schweine, derzeit zwei ausgewachsene Ladies. Nun haben sie männlichen (kastrierten!) Zuwachs bekommen. 'Hero' ist fröhlich, verspielt und sitzt am liebsten im Garten. 

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Unsportlich? Ich?

Nein!
Das Fotofinish beweist es: Ich war sogar ziemlich schnell. 
Blitzer-Marathon 2015: Ich habe erfolgreich teilgenommen!

Vorsicht!

Ich bin zurück aus dem ewigen Eis!

(Okay, ich geb's zu: Ich war nicht auf dem Gletscher, aber nah dran schon!) 


Überall grünt, sprießt und blüht es.

Höchste Zeit, eine Warnung an ungebetene Gartenbesucher auszusprechen!

Unterwegs

Während daheim der Frühling für Sonnenstunden auf der Terrasse sorgt, bin ich beim Schneeschuhlaufen in Österreich. Unmengen von Neuschnee und unberührte Landschaften. Der Wind erschafft hier skurrile Schneegebilde. Das Gebäude war bis vor kurzem noch eine Kaserne. Jetzt hat der Schnee das Kommando übernommen!

Dunkle Wolken über Mordor!

Och menno!


Wieso hängt über mir die schwarze Suppe und weht mich fast weg, während in Burgfarrnbach die Sonne scheint?

Stadt - Land - Fürth

Unter diesem Namen findet man eine Seite, auf der - unter anderem - Fürther ihre Lieblingsplätze verraten. Ich habe mitgemacht und meine Wahl fiel nicht überraschend auf die Flussmündung.

Hier der Link:

http://www.stadt-land-fuerth.de/mein-lieblingsplatz/infos/news/serie-mein-lieblingsplatz-jane-maurer.html

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Meine Lieblingsblume blüht ...


Ganz klein und unscheinbar verschwindet sie an kalten Tagen unter dem Laub der allgegenwärtigen Schneeglöckchen. Heute hat sich hervorgewagt, ihre Blüte geöffnet und streckt sich der Sonne entgegen.

So möchte ich auch leben! Bei schlechtem Wetter die Augen einfach geschlossen halten, mich einkuscheln und auf besseres Wetter warten. 

Wer braucht schon eine Million?

Im Studio:

Der Kandidat ist ratlos. Was davon gibt es wirklich? Welche der vier Antworten ist richtig? 

a) Stadt-Land-Flussmündung

b) Stadt-Land-Fürth

c) Stadt-Land-Fluss

d) keine der obigen Antworten stimmt

Der Moderator zieht die Augenbrauen hoch, ein skeptisches Lächeln schwebt auf seinen Lippen.

Der Kandidat nimmt einen Schluck Wasser und zieht den Telefonjoker.


Bei mir zu Hause:

Das Telefon klingelt. Ich nehme ab. Was Günther Jauch erzählt, bekomme ich nur bruchstückhaft mit, ich bin aufgeregt. Wann kommt denn die Frage endlich? Ich lausche angespannt.

Aja, darum geht es als. Ich atme erleichtert durch. Machbar. 

Meine Antwort:

c) ist ein Spiel, das wir als Kinder unter der Schulbank gespielt haben. a) kommt mir bekannt vor, ich komme bloß gerade nicht drauf. c) ist eine wunderbare Internetseite der Stadt Fürth, auf der man sich über Wichtiges, Unwichtiges und Amüsantes informieren kann. d) kann ich definitiv ausschließen.

Okay, den Sekundenzeiger habe ich in meinem Enthusiasmus aus den Augen verloren. Hoffentlich habe ich nicht auch einen Freund verloren.


Und jetzt?

Jetzt kommt die geniale Überleitung: Unter Stadt-Land-Fuerth.de ist gerade etwas über mein Buch erschienen. Das mit der Flussmündung auf dem Cover - ach, daher!


Link:

http://www.stadt-land-fuerth.de/aktuelles/infos/news/fluchtreflex-der-fuerth-roman.html?no_cache=1



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Nein, ich liege nicht nur auf der faulen Haut ...

... im Gegenteil, ich bin ziemlich fleißig. Aber nicht auf dieser Webseite, wie ich gerade mit Blick auf die Datumsanzeige erschrocken festgestellt habe.

Derzeit sitze ich über dem zweiten Buch. Das wird zwar nicht als "One Woman Show" erstellt (wer und warum wird erst später verraten!), aber es ist trotzdem ganz schön viel Arbeit. Besonders, wenn man  es fehlerlos und perfekt hinbekommen will und an seinen eigenen Ansprüchen zwangsläufig scheitert.

Aber es geht vorwärts!

Und daher habe ich hier die ersten beiden Kapitel von Bootsausflug als Leseprobe eingestellt - bereits lektoriert und hoffentlich fehlerlos und perfekt.

Viel Spaß!


Leseprobe unter:

http://janemaurer.jimdo.com/bootsausflug/

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Blick aus meinem Fenster

Was kann aus einem Tag werden, der so anfängt? - Eigentlich alles!

Aber die Zeit, den Anblick zu genießen, sollte man sich nehmen. Und dann kann der Tag gar nicht mehr 'nur schlecht' werden. 

Mein Lieblingsplatz in Fürth - zu jeder Jahreszeit

Für mich gibt es derzeit fast keinen anderen Ort in Fürth, der wirklich jedes Mal, wenn ich hinkomme, auf bezaubernde Weise anders aussieht.


Beim Betrachten der Bilder kann ich mich kaum entscheiden, was mir am besten gefällt: der Sonnenuntergang im Frühling oder doch das Herbstbild, wo die Kanus genau zur Laubfärbung passen. Oder der Hauch von Schnee auf der Eiche und dem Felsblock? Nur der Sommer war dieses Jahr fast durchgängig wenig fotogen. Das Picknick, das ich im Juli mit einer Freundin dort genossen habe, war aber köstlich.


Kein Wunder, dass es dieses Motiv auf das Buchcover geschafft hat. In diesem Fall im Frühlingskleid. 


Trotzdem kribbelt es in den Fingern. Der Folgeroman wird "Bootsausflug" heißen. Vielleicht sollte ich doch das Herbstbild noch verewigen? 

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Winterzauber!

Was auf den Straßen furchtbar ist, wirkt beim Spaziergang in den Grünanlagen romantisch!

Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird eisig und schwer ...

Zur Belohnung einen heißen Kakao im Stadtparkcafé. So darf der Winter bleiben.


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Da liegt es!

Nein, nicht das Christkind in der Krippe! Sondern mein Buch in einem richtigen Buchladen. 
Seit kurzem bekommt man "Fluchtreflex" auch beim Jungkunz in der Moststraße und beim Edelmann an der Fürther Freiheit. In Fürth natürlich, versteht sich ja von selbst!
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Meine Weihnachtswünsche!

So sieht mein Wunschzettel aus. Gut, den hier hat mir eine Freundin netterweise zukommen lassen, aber ich kann mich da aus vollem Herzen anschließen. Lieber Weihnachtsmann, es ist wirklich so einfach...

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!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Fluchtreflex jetzt noch authentischer ...

... denn jetzt heißt die "Süße Freiheit" auch im Buch "Süße Freiheit". Und das "Schwarze Kreuz" ebenfalls.

Vielen Dank nochmals an die Inhaber, die mir die Verwendung dieser Namen genehmigt haben.

 

Nach wie vor kann man das Buch bei Amazon für € 2,99 als E-Book oder für € 9,99 als Taschenbuch bestellen.

 

Oder Ihr ordert ein Taschenbuch direkt per E-Mail (Janemaurer@gmx.de) bei mir, ich versende es gegen eine Rechnung über € 9,99 auch direkt. Portokosten fallen keine an, dafür gibt es eine Widmung - falls gewünscht (Bitte, ich mach das so gerne!).

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Ein letztes Aufbäumen der Natur

Ich dachte, ich sehe nicht richtig, als ich diese Rosenblüte heute im Garten entdeckt habe. Nein, sie ist nicht aus Plastik, ich habe sie extra angefasst. Ansonsten ist unser Garten jetzt einfach nur grau-braun, da leuchtet die Blüte richtig. Im Sommer hat diese Rose meines Wissens nicht geblüht. Also ein Wintermärchen!
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Weihnachten kann kommen ...

... ich bin bereit.

Sicher nicht Jedermanns Geschmack, aber genau meiner!

Jetzt müssen sie im Radio nur noch last Christmas spielen, damit ich meinen alljährlichen Weihnachtskoller kriegen kann!
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Bei dem Preisausschreiben wird am Ende wohl niemand mitmachen!

Mein Mann hat Post bekommen von einem seiner bevorzugten Bekleidungsdealer. Soweit nichts Ungewöhnliches. Auch der beiliegende Prospekt pries in gewohnter Weise nur die Funktion der neuen Winterjacken an. Aber dann habe ich die Rückseite gelesen. Und wenn es bei uns nicht so schmutzig wäre, hätte ich mich vor Lachen auf den Boden geschmissen.


Das darf man nicht für sich behalten: daher in Auszügen für Euch! (Dass ich mal einen Werbeprospekt abschreibe, hätte ich auch nicht gedacht!)


»Echte Helden im Kampf gegen Staub und Krümel


Mal ehrlich: Wenn's um Power, Performance und klare Zielorientierung geht, sind Männer gleich zur Stelle. Nein, die Rede ist nicht vom Management, sondern vielmehr vom Haushalt - konkret vom Staubsaugen. Hauptsache, die Technik stimmt. Deshalb empfiehlt Engbers echten Männern den extrem leistungsstarken und innovativen Ergorapido 2in1 AG 3013 von AEG.


Kabellose Lithium-Power für Leistung ... Das alles sind moderne Features, die Männer begeistern. Und deshalb müssen immer öfter Frauen ihren Partnern den Vortritt lassen. Da wird der Boden zur Rennstrecke und jeder Kekskrümel auf dem Sofa zum Gegner. Und wenn am Ende alles sauber glänzt, kommt es, das gute Gefühl: der Stolz einen echten Männerjob erledigt zu haben.«


Mein Mann wollte den Prospekt sofort im Altpapiercontainer verschwinden lassen. Aber ich habe ihn gerettet.

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Wenn nur der Vorratsschrank nicht schon leer wäre ...

Das hat mir mein Sohn gerade aufs Handy geschickt.

Dabei ist erst ein Tag der Herbstferien vorbei.
Ich sollte mal in mich gehen - oder einkaufen!
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Herbstblues

Mein Lieblingsplatz im Wiesengrund ist immer noch schön.

 

Aber zum Picknicken oder gar zum Baden ist es einfach zu kalt.

Schön, dass ich im Sommer nichts ausgelassen habe. Als ein paar Jugendliche

dort in den Fluss gesprungen sind, musste ich das auch probieren. Natürlich

erst, als es dunkel war. Es war verrückt, aber es war so toll. Manche Sachen muss

man einfach mal gemacht haben. Von solchen Dingen kann man zehren, wenn es

nun dunkler wird. Und verregnet. Und ungemütlich. So richtig beschissen...


Malle wäre jetzt gut. Ich glaube, ich habe auch einen Fluchtreflex! 


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Auf der anderen Seite ist das Gras immer grüner

... denn Hunderte von Regenwürmern können doch nicht irren!

 

Was trieb diese kleinen Kerle am ersten Regentag nach ein paar wunderschönen Herbsttagen auf die Straße? Revierkämpfe, Karrieredenken, überhöhte Grundstückspreise, Landflucht? Alles kaum vorstellbar, aber ich kann mich auch nicht in einen Wurm hineinversetzen.

 

Aber sie tun mir leid, wenn ich sie mit dem Fahrradreifen unweigerlich plattfahre. Wobei ich im Sommer bei Schnecken deutlich weniger Skrupel habe. Rassismus? Wohl eher die Tatsache, dass unser Garten nach den Wetterkapriolen wie eine höchst erfolgreiche Schneckenfarm aussieht.

 

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Am Wochenende gratis!

Am 16.8.14 (ca. ab 9 Uhr in der Frühe) und 17.8.14 kann man mein Buch "Fluchtreflex" bei Amazon.de kostenlos als

eBook runterladen!

 

Ich freue mich auf viele neue Leser!

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Über entäuschende Augenblicke - und unerwartet wunderbare Momente

Seit ich mein Buch veröffentlicht habe, fährt mein Gefühlsleben Achterbahn.

 

Manche Dinge habe ich herbeigesehnt wie eine Braut den Hochzeitstag:

Das erste Mal bei Amazon meinen Namen eingeben und es erscheint - mein Buch.

Es war soweit. Meine Reaktion? Na, das wurde aber auch Zeit, habe ja lange genug mit der Technik gekämpft.

 

Mein Buch als Taschenbuch in der Hand halten:

Oh Gott, da ist immer noch ein Fehler. Und das passt auch nicht.

 

 

 

Irgendwie war es nicht so toll, wie ich mir das vorgestellt hatte.

Und dann kam aus Amerika der Karton mit mehreren Büchern (mit den gleichen kleineren Fehlern wie beim ersten Mal. Notiz an mich: Alles mit Textverarbeitung sollte von Anfang an passen. Späteres Beheben von Fehlern ist schwieriger als es aussieht. Eine Änderung in Seite 15 kann zehn Seiten später die Zeile verschieben. Warum? Keine Ahnung!)

Und siehe da: Die Menge macht's. Der Karton steht am Küchentisch, ständig ist er im Weg, aber jedes Mal, wenn ich ihn sehe, muss ich stolz grinsen. Da ist es doch noch. Dieses Gefühl etwas ganz Eigenes geschaffen zu haben.

 

Außerdem habe ich meine erste Leserunde auf lovelybooks gestartet, deswegen habe ich ja auch einen Karton Bücher hier stehen. Bald machen sich die Exemplare auf die Reise und meine Worte finden einen Platz in fremden Buchregalen. Und die Resonanz dort macht mich auch sehr glücklich...

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Es ist ein Buch!

Ein echtes Buch! Mit Seiten zum Umblättern!

 

Tausend Wutanfälle wegen unkooperativer Technik später:

Es ist da.

 

Bei Amazon kann man Fluchtreflex jetzt auch als Taschenbuch bekommen.

 

Leider musste ich meine erste Coveridee verwerfen, die sah als Buch einfach nicht gut/selbstgemalt aus. Vielleicht sagt ihr mir mal, welche Version euch besser gefällt.

 

Das Cover passt übrigens exakt zum Buch! Etwas worauf ich stolz bin und Wert lege, ein großer Vorteil, wenn man alles alleine machen muss. (Wer kennt das nicht? Mann küsst blonde Frau auf dem Cover - aber die Hauptfigur ist doch brünett.)

Ja, Fürth hat ein paar wunderschöne Ecken und dies ist der Zusammenfluss von Rednitz und Pegnitz zur entsprechenden Uhr- und Jahreszeit. Wer es sich anschauen will, sollte zwei Flaschen Bier und ein Feuerzeug mitnehmen - vielleicht sehen wir uns dann ja da.

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Jetzt ist es im Netz

Mein erstes Buch geht online!

 

Unter Amazon.de

  • JANE MAURER
  • FLUCHTREFLEX

in der Suche eingeben, oder einfach folgenden Link anwählen:

 

Fluchtreflex - Jane Maurer

 

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Vorsicht! Dies ist das Ende des Internets

Vor vier Jahren stand mein Geburtstag an

Ich wünschte mir ein iPad.

Oft bekommt man nicht, was man sich wünscht. Um meine Chancen zu erhöhen, habe ich das mit dem iPad laut verkündet.

Auch gegenüber meinen Freunden - vielleicht würde ja jemand für mich sammeln.

Mein Mann erklärte jedem, der es nicht hören wollte, dass man mir doch einen Flaschenöffner schenken sollte. Weil ich damit umgehen kann.

Ich habe mir das iPad selbst gekauft.

 

Ein Jahr später habe ich mir ein iPhone gewünscht.

Mein Mann empfahl Zettel und Stift - und dann schenkte er mir das iPhone!

Zu seiner Verteidigung muss ich noch anführen, dass ich vor einigen Jahren ein regelrechter Technik-Gegner war. Mein Handy hatte ich nur, um für Kindergärtnerinnen oder die Schulverwaltung im Notfall erreichbar zu sein. Telefoniert habe ich damit eigentlich nicht. SMS: Fehlanzeige. Die Sommerzeit hat immer eine Kollegin für mich eingestellt.

Gut, seitdem hat sich Einiges verändert.

Trotzdem ist das jetzt ziemliches Neuland. Ein kleiner Schritt für das Internet, aber ein großer Schritt für mich!

Also, seht mir bitte jeden Fehler nach!

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Preview!

Der erste Hinweis auf Berrets Geschichte, die in den Endspurt geht. Wer bei der Beschreibung ihrer Wohnung in den vorherigen Büchern schon immer an 'Theaterfundus' gedacht hat, der lag richtig. Jemand wie Berret gehört ins Theater, und zwar HINTER die Bühne. 

 

Und eine dieser Bühnen ist die Freilichtbühne im Fürther Stadtpark.

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